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Streit um altes Kinderheim in Lauta

Das DRK beherbergt im ehemaligen Kinderwochenheim das Domizil für den Ortsverband, die Kleiderkammer und die Tafel. An einem Umzug ist der Verband nicht interessiert.
Das DRK beherbergt im ehemaligen Kinderwochenheim das Domizil für den Ortsverband, die Kleiderkammer und die Tafel. An einem Umzug ist der Verband nicht interessiert. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Lauta. Ein einheimischer Investor möchte im ehemaligen Kinderwochenheim ein Hundezentrum etablieren. Die Baracken, die derzeit teilweise vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) genutzt werden, sollen umgebaut werden. ang1

Geplant sind eine Pension, ein Trainings- und Schulungszentrum für Hunde sowie ein Partnerzentrum mit Hundefriseur, Tierphysiotherapie und Tierarzt.

Aus Sicht der Verwaltung und des Bürgermeisters ist das Objekt für das geplante Vorhaben "sehr geeignet". Bürgermeister Frank Lehmann begrüßt das Vorhaben Dogwerk Hundezentrum vor allem deshalb, weil ein kommunales Gebäude an einen Investor mit einem nachhaltigen Konzept verkauft werden könnte. Die Verwaltung arbeitet derzeit an einem nachhaltigen Gebäude- und Sportstättenkonzept, auf dessen Grundlage einige der zahlreichen kommunalen Gebäude veräußert und damit einer anderen Nutzung zugutekommen sollen.

Weitere sieben Ausschussmitglieder begrüßen das Vorhaben ebenfalls. Ausschussmitglied Martin Elter (CDU) stimmt jedoch während der jüngsten Ausschusssitzung gegen den Vorbescheid für das Vorhaben, da ein Hundezentrum eine enorme Lärmbelästigung darstelle und er Ärger mit den Anwohnern kommen sehe. Elisabeth Petsch (Freie Wähler), Torsten Braune und Günter Schmidt (Bürgerbewegung) sowie Rainer Tomczyk (Linke) enthielten sich ihrer Stimme.

Vor allem Tomczyk kritisierte, dass mit diesem Vorhaben "Hunde vor Menschen gestellt werden". Schließlich müsste der derzeitige Mieter - der DRK-Ortsverband Lauta betreibt in dem Objekt eine Kleiderkammer und eine Tafel - umziehen.

Die Stadt bot dem Verband als neues Domizil das Gemeinwesenzentrum in der alten Nordschule an. Doch dieses entspricht laut dem Verbandsvorsitzenden Dietmar Lehmann nicht den Anforderungen des DRK. Das will lieber im jetzigen Objekt bleiben, würde sonst gar Angebote wie Kleiderkammer und Tafel beenden.

Die Stadt will sich jedoch keineswegs "erpressen lassen". Bürgermeister Frank Lehmann appellierte in der Ausschusssitzung nochmals an das DRK dessen Vorstellungen der Stadtverwaltung kundzutun. Die Stadt sei auch bereit am Gemeinwesenzentrum noch einige Umbauten durchzuführen. Doch dafür müsse Dietmar Lehmann vom DRK Zuarbeiten über die genauen Anforderungen leisten. Dieser beharrte auf dem Verbleiben im Objekt.

Die Ausschussmitglieder gewannen den Eindruck, dass das DRK keine Kompromisse eingehen möchte. Hauptamtsleiterin Katrin Grader sagte sogar, dass für die Angebote des DRK wie Tafel, Kleiderkammer oder Blutspende auch andere soziale Träger gefunden werden könnten. Der Bürgermeister beendete die Diskussion mit den an das DRK gerichteten Worten: "Die Türen im Rathaus stehen offen. Wir sind weiterhin an einer gemeinsamen Lösung interessiert."