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| 22:04 Uhr

48-Stunden-Aktion
Streetart statt Schmierfinken-Werk

Die drei Jugendstadtrat-Mitglieder freuen sich schon über die ersten Entwürfe, die an den Wänden am Bahnhaltepunkt Neustadt entstehen. Bis zum nächsten Wochenende soll alles fertig werden.
Die drei Jugendstadtrat-Mitglieder freuen sich schon über die ersten Entwürfe, die an den Wänden am Bahnhaltepunkt Neustadt entstehen. Bis zum nächsten Wochenende soll alles fertig werden. FOTO: Anja Guhlan
Hoyerswerda. Begeisterte Sprayer gestalten gemeinsam mit dem Jugendstadtrat eine hässliche Unterführung in der Neustadt um. Die soll jetzt ein attraktiver Hingucker werden. Von Anja Guhlan

Vollgeschmiert und verwittert erschien die Unterführung in der Neustadt. Nun aber verwandelt der elfköpfige Jugendstadtrat gemeinsam mit einer zusammen gewürfelten Sprayer-Gruppe aus Hoyerswerda diese in einen attraktiven Hingucker. Während der 48-Stunden-Aktion des Landkreises Bautzen am vergangenen Wochenende wollten sie es eigentlich schaffen. „Das Projekt - die Wandflächen - sind jedoch riesig, so dass wir uns dafür mehr Zeit nehmen wollen“, sagt Marija Skvoznikova vom Jugendstadtrat. Bereits in der vergangenen Woche haben sie gemeinsam angefangen, die über und über mit alten Schmierereien versehenen Wände weiß zu streichen. Danach gingen nun die Streetart-Künstler ans Werk. „Wir machen hier gern mit. Wir stehen alle irgendwie mit der Stadt Hoyerswerda in Beziehung. Der Durchgang soll einfach nur schön aussehen. Als ich von der Idee erfuhr, habe ich mich sehr schnell beim Jugendstadtrat gemeldet“, erklärt zum Beispiel Nick Jantschke. Der 31-Jährige, der in Hoyerswerda die Werbeagentur Stil-Etage GmbH führt, brachte die Idee von Streetart-Bildern ein, einige der Bilder sollen aber auch Ansichten von Hoyerswerda zeigen. Das gefiel auch dem Jugendstadtrat.

Auf insgesamt etwa 400 Quadratmetern muss in diesen Tagen nun Farbe aufgebracht werden. Auf den großformatigen Flächen werden sich die Sprayer mit ihren selbst entworfenen Streetart-Bildern verewigen. Dazu hat jeder mindestens eine Skizze auf dem Papier angefertigt. Dann geht es los: Die Sprayer sprühen die Konturen ihrer Bilder an die Wand. Dann wird ausgemalt. Anschließend werden die Außenlinien gezogen und Farbverläufe erarbeitet oder Schattierungen gesetzt. 400 Farbdosen stehen zur Verfügung. „Die werden wir auch alle aufbrauchen“, prognostiziert ein Sprayer und fügt hinzu: „Die Flächen sind hier ganz cool. Wir wollen alles freundlich und offen gestalten.“ Die Sprayer wollen namentlich nicht genannt werden und auch auf das Foto will keiner. Zudem lassen sie nur ungern ihre unfertigen Bilder ablichten. Alle Bilder sollen am Ende aber künstlerisch ineinander greifen. An den Eckwänden bringt ein Sprayer gerade riesige Abbildungen von Briefmarken an die Wand. „In den Briefmarken-Fenstern sollen dann die stadtprägenden Bauten wie Schloss oder Rathaus gesprüht werden“, erklären die Streetart-Künstler die neuesten Ideen der Gruppe.

Ab und an kommen interessierte Passanten vorbei und schauen den Sprayern eine ganze Weile gespannt zu. „Das ist wirklich eine schöne Sache, wie die Leute hier diese Unterführung wieder verschönern“, sagt eine Frau mit Rad, die die Unterführung regelmäßig nutzt.

Marija vom Jugendstadtrat hofft, dass die Streetart-Bilder künftig die Schmierfinken davon abhalten die Wände wieder zu verunstalten. „Dann doch lieber Kunst statt Schmierereien“, sagt sie. Die jungen Leute vom Jugendstadtrat bearbeiten nebenbei noch die Geländer an der Unterführung. „Die sollen auch wieder schick aussehen“, meint die 17-Jährige. Am nächsten Wochenende soll es mit dem Sprühen und den Arbeiten in die letzte Runde gehen. „Wir hoffen, dass es am Ende den Hoyerswerdaern gefällt“, schließt Marija Skvoznikova ab.