Von Sascha Klein

Kurz vor 14 Uhr: Aus allen Straßen strömen Menschen Richtung Altstadt. Der Zoo-Parkplatz ist voll, der des angrenzenden Supermarktes auch. Es ist angerichtet: Das 11. Straßentheaterfest der Kulturfabrik Hoyerswerda beginnt in wenigen Minuten.

Auf dem Marktplatz haben sich die Ersten schon die besten Sitzplätze gesichert. Drum Tastic aus Hoyerswerda trommeln für dieses Fest, das Jahr für Jahr die Altstadt pulsieren lässt. Die Hoyerswerdaer Gruppe, die der Amerikaner Chris Spencer im Jahr 2013 ins Leben gerufen hat, gibt den Takt vor. Um kurz nach 14 Uhr versammeln sich immer mehr Gäste auf dem Marktplatz. Für viele ist dieses Straßentheaterfest ein fester Termin im Kalender.

Dieses „Braugassentheater“ will dreierlei sein: bunt, laut und lustig. Und das ist es definitiv. Vor dem Zeeman, direkt neben dem Marktplatz, zieht Daniel Hochsteiner die Gäste in seinen Bann. Ob Bälle, Keulen, Ringe: Der Mann ist unter den Jongleuren eine große Nummer. Seine Tempo-Nummer mit Tennisbällen ist legendär.

Auch das holländische Trio „Hirondelles“ lässt seine Gäste staunen. Die Drei spielen Café-Szenen. Plötzlich wird Kellnerin Giselle wild durch die Gegend geschwungen, knallt fast gegen den Wagen, dann fast auf die Erde. Aber: Die Drei verstehen ihr Fach. Artistisch wirbeln sie die junge Frau über den Schwarzen Markt – die Zuschauer haben den einen oder anderen Schreckensschrei auf den Lippen.

Selbst das Wetter macht an diesem Juli-Nachmittag mit. Nicht zu warm, nicht zu kalt, mal ein paar Wolken – wie gemacht für ein paar schöne Stunden.