Manche Probleme lösen sich fast von selbst. Beispielsweise die Sache mit den beiden Spreebrücken in Spreewitz. Durften bislang Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu neun Tonnen darüber rollen, werden es künftig nur noch Autos sein, die höchstens vier Tonnen auf die Waage bringen. Doch die enormen Kosten für einen Neubau scheinen der Gemeinde Spreetal erspart zu bleiben.

"Wir setzen nämlich voll auf die nördliche Verlängerung der Spreestraße", erklärt Frank Fichtner vom Burgneudorfer Bauamt. Erst im September hatte der Landkreis Bautzen als Bauherr grünes Licht für einen Weiterbau die Trasse bis zum Jahr 2017 von Neustadt bis zum Kreisverkehr bei Spreewitz gegeben. Dieses Vorhaben schlägt mit insgesamt 14,5 Millionen Euro zu Buche. Die Straße werde voraussichtlich dem jetzigen Verlauf der Verbindung von Neustadt nach Spreewitz folgen, in Höhe des zweiten Bahnüberganges nach Norden abzweigen, die Spree überqueren und in den Spreewitzer Kreisel einmünden.

Damit wären die beiden Spreebrücken östlich von Spreewitz, die gut 50 Jahre alt sind, weitgehend entlastet. Hauptsächlich der Anliegerverkehr und Fahrradtouristen würden diese dann benutzen. Derzeit seien beide Bauwerke durch die Sperrung der Burgneudorfer Brücke stark belastet.

Unlängst hatte eine Prüfung ergeben, dass die Tonnage von derzeit neun auf drei bis vier Tonnen abgesenkt werden muss. Ein Cottbuser Gutachter hatte dies mit einem neuartigen Verfahren errechnet. "Die Platte, auf der die Fahrbahn liegt, besitzt eine zu geringe Stärke", erklärt Frank Fichtner. Diese messe lediglich 15 bis 18 Zentimeter. "Normal" seien dagegen 30 Zentimeter. Die Brückenstruktur an sich befinde sich im grünen Bereich.

Beide Überführungen werden auch künftig nur in jeweils einer Richtung befahrbar sein. Bereits jetzt engen Baken die Fahrbahn ein. Für Busse bleiben die Bauwerke mittels Sondergenehmigung weiter befahrbar. Allerdings müssten diese eine genau vorgeschriebene Fahrspur einhalten.

Darüber hinaus wurden in der Gemeinde Spreetal zwei weitere Brücken geprüft. Keinerlei Beanstandungen habe es bei der Spreeüberführung nahe der Grenze zum Spremberger Ortsteil Trattendorf gegeben. Bei der sogenannten "Kuhbrücke" in Zerre muss dagegen die Tonnage reduziert werden. Die Überführung werde ohnehin weitgehend nur von Radfahrern sowie vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt. Allerdings bereite das Bauwerk immer wieder Probleme. Grund seien die eng gesetzten Pfeiler in der Spree. Dort landen öfter Treibgut und Eisschollen an.

Die nächste Brückenprüfung in Spreetal gibt es erst wieder im Jahr 2018. Insgesamt verfügt die Gemeinde über 24 Brücken. "Wir haben Prioritäten gesetzt und nur die vier wichtigsten unter die Lupe nehmen lassen", erklärt Frank Fichtner.