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| 09:58 Uhr

Hoyerswerda
Gerhard-Gundermann-Straße für Hoyerswerda?

Christian Völker-Kieschnick wünscht sich eine Gundermann-Straße in Hoyerswerda - und hat konkrete Vorstellungen, wo sie sein könnte.
Christian Völker-Kieschnick wünscht sich eine Gundermann-Straße in Hoyerswerda - und hat konkrete Vorstellungen, wo sie sein könnte. FOTO: LR / Anja Hummel
Hoyerswerda. Der jung verstorbene und mit dem Andreas-Dresen-Film „Gundermann“ gewürdigte Musiker Gerhard Gundermann als Namensgeber einer Straße: Diese Idee macht nun ein Hoyerswerdaer öffentlich. Seine Idee: Die Clara-Zetkin-Straße umbenennen. Von Anja Hummel

Günter Peters hat sie, Brigitte Reimann auch, genau wie Konrad Zuse und Otto Damerau. Nur der „Gundi“, der hat noch keine. „Warum eigentlich?“, fragt Christian Völker-Kieschnick. Was sich der Hoyerswerdaer für den Künstler Gerhard Gundermann wünscht: eine Straße, die seinen Namen trägt. „Er hat durch seine Lieder ein positives Bild unserer Stadt ins restliche Deutschland und sogar in andere europäische Länder getragen“, begründet der ehemalige Vorsitzende des Jugendstadtrates seine Idee.

Einen Vorschlag, wo es diese Straße künftig geben könnte, liefert er gleich mit – er hat den Wohnkomplex I ins Auge gefasst. „Hier sind schon Zuse, Reimann, Damerau und Peters zu Hause. Warum machen wir den Reigen nicht komplett und benennen die Clara-Zetkin-Straße um?“, fragt Christian Völker-Kieschnick. Gewiss sei auch Clara Zetkin eine bedeutende Dame der Geschichte, „aber mir ist nicht bekannt, dass sie sich um Hoyerswerda verdient gemacht hätte“. Mit „Gundi“ gebe es dann eine Art „Straße der Besten“.

Christian Völker-Kieschnick selbst interpretiert seit vielen Jahren mit Gitarre und Gesang die verschiedensten Gundermann-Lieder, möchte „den Geist dahinter weitertransportieren“. Natürlich weiß er: Gerhard Gundermann ist umstritten. Seine Stasi-Vergangenheit stoße bitter auf.

Gleichzeitig stellt er fest: Die Vergangenheit anderer Hoyerswerdaer Persönlichkeiten, wie der von Schriftstellerin Brigitte Reimann oder Computervater Konrad Zuse, sei sicherlich auch nicht von Fehlern frei.

Vorschlag: 200 Meter Gundermann für Hoyerswerda

Was Christian Völker-Kieschnick mit seinem „Straßenvorschlag“ auch bedacht hat: Auf der von ihm favorisierten etwa 200 Meter langen Clara-Zetkin-Straße sind keine Firmen ansässig, die durch die Umbenennung „alles vom Stempel bis zum Briefpapier umändern müssten“.

Natürlich gebe es für die privaten Anwohner jede Menge Aufwand. Völker-Kieschnick greift voraus und möchte sich „schon jetzt dafür bei den Anwohnern bedanken, falls es zu einer Umbenennung kommt“. Entscheiden müsste darüber der Stadtrat, dem Völker-Kieschnick seinen Wunsch vorgetragen hat. Wie mit der Bitte umgegangen wird, wird sich zeigen. Bis dahin „probt“ Christian Völker-Kieschnick schon einmal: Am Wunschort hält er ein blaues Gundermann-Straßenschild  in die Höhe. Geliehen hat er sich das aus der Kulturfabrik Hoyerswerda. Dort, in den Räumlichkeiten der Zwischenbelegung, gab es sie nämlich schon einmal – die herbeigesehnte  Gundermann-Straße.