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| 02:51 Uhr

Straße der deutschen Sprache nimmt Gestalt an

Sprache verbindet – sehr gut verdeutlichen lässt sich der Leitspruch der "Straße der deutschen Sprache" im Kamenzer Lessingmuseum.
Sprache verbindet – sehr gut verdeutlichen lässt sich der Leitspruch der "Straße der deutschen Sprache" im Kamenzer Lessingmuseum. FOTO: ume1
Kamenz/Bautzen. Die Arbeitsgemeinschaft (AG) "Straße der deutschen Sprache" geht in die Offensive: Sie hat unter dem Leitspruch "Sprache verbindet" ein Faltblatt herausgebracht, in dem sich zwölf von insgesamt 14 Orten, die in der AG mitwirken, vorstellen. Uwe Menschner / ume1

Neben neun Städten in Sachsen-Anhalt und zweien in Thüringen gehört auch Kamenz zu dem illustren Kreis. "Das Faltblatt bildet eine gemeinsame Basis für die Beteiligten, auch wenn es noch keinen konkreten Streckenverlauf für die Straße gibt", erklärt Matthias Hanke vom Lessingmuseum, das Kamenz in der Arbeitsgemeinschaft vertritt.

"Die geplante Ferienstraße verknüpft Sprachpflege und Fremdenverkehr miteinander. Die Straße wird die deutsche Sprache sichtbar und erlebbar machen und das Sprachbewusstsein stärken", ist sich Thomas Paulwitz gewiss. Er ist Mitinitiator des Projektes und fungiert als Sprecher der AG. Das Faltblatt solle die Straße "tiefer im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern, Reisende anlocken und weitere Orte zum Mitmachen gewinnen." Diese Orte sollten von Geistesgrößen geprägt sein, die die deutsche Sprache bereichert haben: wie beispielsweise der Verfasser des Sachsenspiegels Eike von Repgow, der das sachsen-anhaltische Reppichau repräsentiert, Konrad Duden, der im thüringischen Schleiz geboren wurde, oder eben Gotthold Ephraim Lessing, dessen Wiege in Kamenz stand. Doch auch "Stätten und Ereignisse der deutschen Sprache", wie Theater, Museen oder Sprachwettbewerbe, gelten als Kriterium. Die Zielgruppe bilden laut Paulwitz "Städte- und Bildungsreisende, Kulturtouristen, Sprachfreunde, Schüler und Studenten aus dem In- und Ausland, aber auch Deutschstämmige und Auslandsdeutsche."

Zu den 14 Mitgliedsorten der AG kommen noch 14 Städte, die sich "über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten lassen". Zu ihnen gehört auch Bautzen. Allerdings ist der hiesige Sprachrettungsclub, der die Idee von der Sprachstraße in die Stadt hineintrug, mit der bisherigen Entwicklung nur bedingt zufrieden: "Unsere Idee, in Bautzen die Brücke von der deutschen zur sorbischen Sprache zu thematisieren, stieß leider nicht überall auf Gegenliebe", erklärt dessen Vorsitzender Diethold Tietz. Zudem favorisiere man die Rechtsform eines eingetragenen Vereins anstelle einer losen AG, um "mehr Verbindlichkeit zu schaffen." Dennoch, so betont Tietz, "stehen wir nach wie vor hinter der Idee von der Straße der deutschen Sprache und bleiben in Verbindung."