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| 20:30 Uhr

Hoyerswerda
Straffer Bauch für glückliche Mütter

Maßarbeit: Isabel Bittner checkt, wie viel Umfang Sandra Friedrich aus Laubusch nach dem Wrappen um den Bauch verloren hat.
Maßarbeit: Isabel Bittner checkt, wie viel Umfang Sandra Friedrich aus Laubusch nach dem Wrappen um den Bauch verloren hat. FOTO: Anja Hummel / LR
Hoyerswerda. Fettpölsterchen mit einem Pflaster bekämpfen? Isabel Bittner hat die „Wrap-Methode“ nach Hoyerswerda gebracht. Das Fazit: zum Dahinschmelzen. Von Anja Hummel

Mit hochgekrempeltem T-Shirt und offenem Hosenbund steht Susann Gebauer etwas angespannt vor der weißen Wand. Sie dreht sich zur Seite, hebt die Arme nach oben und es macht „klick“. Das „Vorher-Bild“ ist im Kasten. „Das letzte Mal hab ich meinen Bauch präsentiert, als ich noch schwanger war“, sagt die 28-Jährige. Nur eine Stunde später wird sie es wieder tun. Dann macht es noch einmal „klick“ – für das „Nachher-Bild“.

In der Bröthener Praxis von Hebamme Simone Töppel-Pielokat haben sich sieben Frauen auf den bunten Matten zwischen Gymnastikbällen und Nackenkissen versammelt. Einige von ihnen haben ihre Babys dabei. Dieses Mal stehen aber die Mütter im Fokus. „Wir machen eine Wrap-Party. Nur ohne Käse und Schinken“, sagt Isabel Bittner mit einem Lächeln auf den Lippen. Die 32-Jährige ist die Expertin in der Runde. Seit vergangenem Oktober schmeißt die Lautaerin diese „Wrap-Partys“ und zaubert damit Frauen – hin und wieder aber auch Männern – ein Lächeln ins Gesicht.

Und wie schafft sie das? Das englische Wort „wrappen“ bedeutet nichts anderes als „einwickeln“. Eine Art Riesen-Pflaster wird auf die „Problemzonen“ gelegt und mit Folie umwickelt. „Die Wraps sind Hautstraffer und bauen die Fettpölsterchen ab“, erklärt Isabel Bittner. Die Inhaltsstoffe sind rein pflanzlich, beteuert sie. Algen, Efeu und Rosmarin sind die Hauptbestandteile. Vom Kinn abwärts sollen die duftenden Pflaster für straffere Haut sorgen. Straffere Haut, das ist genau das, was sich auch Susann Gebauer wünscht. Und zwar am Bauch. Nach der Entbindung ihres kleinen Theo vor acht Monaten hat sie ihren „Wohlfühl-Körper“ noch nicht zurück. „Ich habe mal 35 Kilogramm weniger gewogen“, erzählt die gebürtige Hoyerswerdaerin. Jeden Tag sei sie draußen in Bewegung, auch auf die Ernährung achte sie. Aber der Bauch will einfach nicht so recht weggehen. Noch ein wenig skeptisch hofft sie nun, dass ihr der Wrap auf dem Weg zurück zu ihrer ganz persönlichen Wunschfigur hilft. „Es ist aber kein Diätmittel“, betont Isabel Bittner. Vielmehr, sagt die Immobilienkauffrau, ist es eine Ergänzung zu gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung. Es gebe aber nun mal schlaffe Haut, die vor allem nach einer Schwangerschaft am Bauch nicht wegzubekommen sei. Die zweifache Mutter kann selber ein Lied davon singen. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes im November 2016 hat Isabel Bittner zwar abgenommen. „Aber nur an Haaren und Ausdauer“, sagt sie heute mit einem Grinsen. „Und dann habe ich auch noch einen Heiratsantrag bekommen.“ Die anderen Frauen lachen. Sie wissen sofort, was die Wrap-Expertin meint. Im Hochzeitskleid vor dem Altar will sich jede Frau in ihrem Körper wohlfühlen. Still und heimlich hat Isabel Bittner die Wrap-Methode ausprobiert. Sie gibt zu: „Sich ein Pflaster auf den Bauch zu kleben und zu hoffen, dass das Fett weggeht, klingt bekloppt.“ Aber irgendwann, sagt die junge Mutter, war der Bauchnabel tatsächlich wieder zu erkennen. Ihr persönliches Ergebnis: stolze 13 Zentimeter weniger Bauchumfang nach 15 „Wickel-Einheiten“. Weil die Begeisterung so groß war, vertreibt sie nun nebenberuflich die „Wunder-Wraps“. Genau wie Anja Engmann aus Lauta, die als Verstärkung ebenfalls in der Hebammen-Praxis dabei ist.

Wrap-Expertin Anja Engmann aus Lauta entfernt der jungen Mutter Susann Gebauer das "Wunder-Pflaster".
Wrap-Expertin Anja Engmann aus Lauta entfernt der jungen Mutter Susann Gebauer das "Wunder-Pflaster". FOTO: Anja Hummel / LR

Zur Theorie ist alles gesagt. Jetzt wird Hand angelegt. Oder besser: Bauch ausgepackt. „Wer will sich wrappen lassen?“, fragt Isabel Bittner in die Runde. Die Mütter schauen sich gegenseitig an, die Hände gehen zögerlich nach oben. Susann Gebauer will es wissen.

Die Wittichenauerin hat die „Wrap-Erfolge“ schon in den sozialen Medien wie Facebook und Instagram gesehen. „Die Ergebnisse sind wirklich erstaunlich.“ Isabel Bittner packt den ersten Wrap aus. Als sie das Riesen-Pflaster auf den Bauch von Susann Gebauer legt, entfährt der Wittichenauerin ein erschrockenes „Huch“. „Das ist kalt“, sagt sie. Im ganzen Raum schnuppert es nach Badezusatz à la Großmama. Mit dem Pflaster auf der Haut heißt es nun: eine Stunde zurücklehnen.

Isabel Bittner präsentiert die verschiedenen Schönheitsprodukte auf der Wrap-Party in Bröthen.
Isabel Bittner präsentiert die verschiedenen Schönheitsprodukte auf der Wrap-Party in Bröthen. FOTO: Anja Hummel / LR

Ob es nicht nur einer dieser wahnwitzigen Schönheitstrends aus den USA sei? „Nein.“ Isabel Bittner schüttelt energisch den Kopf. „Die Wraps ziehen überschüssige Haut wieder zusammen. Das Ergebnis ist langfristig.“ Kein Vergleich zur Frischhaltefolie, sagt sie, mit der schier Wasser  ausgeschwitzt werde. Doch trotz aller Lobhudeleien: „Die Bierbäuche der Männer bekommt man damit nicht weg“, verrät die 32-Jährige.

Susann Gebauer steht nun wieder vor der weißen Wand. 60 Minuten sind vergangen, das „Pflaster“ liegt zerknüllt im Mülleimer. Die junge Mutter lächelt jetzt, ist entspannter. Es macht wieder „klick“. Das Nachher-Bild soll den Erfolg dokumentieren. Doch erst das Maßband liefert die Fakten: Susann Gebauer hat einen Zentimeter Bauchumfang verloren. Sie schaut glücklich gen Bauchnabel. „Das ist doch schon mal ein guter Anfang“, sagt sie. Und schwupps – kurz danach verschwindet auch schon ein Wrap für die nächste „Behandlung“ in den eigenen vier Wänden in ihre Handtasche.

Die „umwickelten“ Muttis (v.r.): Sandra Friedrich aus Laubusch, Susann Gebauer aus Wittichenau und Jenny Noske aus Bernsdorf wünschen sich nach der Schwangerschaft einen strafferen Bauch.
Die „umwickelten“ Muttis (v.r.): Sandra Friedrich aus Laubusch, Susann Gebauer aus Wittichenau und Jenny Noske aus Bernsdorf wünschen sich nach der Schwangerschaft einen strafferen Bauch. FOTO: Anja Hummel / LR