ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:26 Uhr

Strafanzeige gegen Albrecht?

Frank Albrecht hat den Bogen offenbar überspannt: Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU) hat den Tierrechtler gestern nach erneuten Angriffen auf den Zoo zur „Persona non grata” (unerwünschte Person) in Hoyerswerda erklärt. Zudem will er bei weiteren Verleumdungen Strafanzeige gegen Albrecht stellen. Von Thomas Mielke

Der Tierrechtler hatte gestern unter der Überschrift "Tigerbabys im Zoo nicht sicher” eine Pressemitteilung herausgegeben, in der er den Zoo erneut angreift. Darin wirft Albrecht "dem Zoo, der Stadt und den Lokalpolitikern extreme Heuchelei, Doppelmoral und Kaltblütigkeit im Umgang mit dem neuen und alten Tigernachwuchs vor”. Er kritisiert, dass die drei im November geborenen Amurtiger seiner Meinung nach aus Inzucht stammen und damit Krankheiten ausgesetzt sein könnten. Zudem droht ihnen seinen Worten zufolge wie anderen Tigern vor ihnen der Verkauf an dubiose Tierhändler. Die "Medienkampagne ,Patenschaft Putin' der CDU” (Albrecht) findet er unter anderem wegen der Menschenrechtsverletzungen Russlands geschmacklos. Vor diesem Hintergrund verwahrt sich Albrecht gegen den Medienrummel um die Tigerbabys und das damit verbundene "lohnende Geschäft” und ruft die Hoyerswerdaer zum Boykott de s Zoos auf. Skora bezog zu den Vorwürfen keine Stellung. Er betonte aber, dass er weiterhinter seinen Mitarbeitern und dem Zoo steht.
Albrecht hatte erst 2007 behauptet, dass Tiger aus dem Hoyerswerdaer Zoo an dubiose Händler verkauft wurden beziehungsweise verschwunden sind.

Zur Person Frank Albrecht und der Tierschutz
In den 90er-Jahren saß der gebürtige Hoyerswerdaer Frank Albrecht, damals noch Höneck, für die PDS und später für die Grünen im Stadtrat. Schon damals griff er den Zoo und seinen Direktor an. 1995 bekam er Hausverbot, das späterwieder aufgehoben werden musste. Albrecht war Sprecher des damals gegründeten Hoyerswerdaer Ablegers der Tierschutz-Organisation "animal peace”.
Seit 2000 lebt Frank Albrecht in Nürtingen. Er meldet sich immer wieder öffentlich zu Wort. So schaffte er es deutschlandweit in die Schlagzeilen, indem er die Einschläferung des Berliner Eisbären Knut forderte, weil ein Bär im Leipziger Zoo mit der Begründung, die Handaufzucht sei schädlich, getötet worden war. Er wollte damit auf die unterschiedliche Behandlung aufmerksam machen. Auch den Hoyerswerdaer Zoo greift er regelmäßig an.