| 12:38 Uhr

Weihnachtszeit
„Stollen selbst backen ist nicht schwierig“

Gabriela Mandrossa mit dem Hefeteig.
Gabriela Mandrossa mit dem Hefeteig. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Gabriela Mandrossa hat den Bogen raus. Von Katrin Demczenko

Ein feiner Duft nach Hefeteig, Rosinen, Mandeln und Mohn zieht durch die Küche von Gabriela Mandrossa, wenn sie verschiedene Stollensorten für ihre Familie selbst bäckt. Zwei Nachmittage im November nimmt sich die berufstätige Frau jedes Jahr Zeit, um Rosinen- und Mohnstollen herzustellen, und in den jeweils mehrstündigen Rastzeiten der Teige erhält ihr Haus seinen Adventsschmuck.

„Stollengebäck basiert einfach auf Hefeteig“, erklärt die Hobbybäckerin, und dieser muss bis zum Backen dreimal gehen. Zuerst entfaltet die Hefe ihre Kraft zusammen mit etwas Zucker und lauwarmer Milch, was etwa 15 Minuten dauert, erklärt sie. Wenn diese Masse mit Mehl, Butter und Gewürzen verrührt ist, wozu Mohn und Rosinen oder Mandeln, Zitronat sowie Orangeat gehören, muss der Teig mehrere Stunden gehen, bis er sich sichtbar vergrößert hat. Anschließend wird der Rosinenstollenteig brotähnlich geformt aufs Blech gelegt und der Stollenteig mit der Mohnmasse in eine Kastenform gefüllt. Nun brauchen beide Teige noch einmal eine längere Zeit zum Aufgehen und werden erst dann bei Ober- und Unterhitze 60 Minuten lang gebacken, erklärt Gabriela Mandrossa. „Umluft trocknet den Teig aus.“

Wer nun den Rosinenstollen noch bis zum Heiligen Abend in Alufolie wickelt und durchziehen lässt, wird vom Geschmackserlebnis überrascht sein, ist sie überzeugt. Vor dem Essen übergießt Gabriela Mandrossa die Stollen mit reichlich flüssiger Butter, erfahren wir, und bestreut sie mit klarem Zucker. Staubzucker zu verwenden, sei Geschmackssache, meint sie.

Ein besonderes oder altes Rezept für beide Stollensorten gibt es in der Familie nicht. Aber alles über den Hefeteig hat sie von ihrer Oma gelernt. Diese musste nach dem Zweiten Weltkrieg wie viele andere Menschen Schlesien verlassen, aber Backrezepte aus der alten Heimat hatte sie mit nach Hoyerswerda gebracht. „Als Kind habe ich oft zugeschaut und erste Handgriffe mitgemacht“, erinnerte sich Gabriela Mandrossa.

Mohnstollen und Weihnachtsgebäck verschenkt sie an Familie und Freunde. Die beiden je 1,7 Kilogramm schweren Rosinenstollen, die dem in Windeln gewickelten Jesuskind ähneln, sind dem Heiligen Abend vorbehalten, Das ist der gläubigen Katholikin wichtig, denn erst dann beginnt für sie Weihnachten.