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Statt Vollzeitjob bald Ehrenamt

Manfred Heine (parteilos) tritt wieder als Bürgermeister an.
Manfred Heine (parteilos) tritt wieder als Bürgermeister an. FOTO: ang1
Spreetal. (ang1) Zur Bürgermeisterwahl in Spreetal tritt Amtsinhaber Manfred Heine am Sonntag zwar konkurrenzlos an. Spannend macht es der Mann an der Spitze der keinen Gemeinde aber trotzdem allemal. Anja Guhlan

Der erfahrene und bürgernahe Kommunalpolitiker lenkt die Geschicke der von einem schweren Bergbau-Erbe getroffenen Dörfer seit vielen Jahren absolut verlässlich und dabei mit Herz und Verstand. So die Bürger wollen, engagiert sich Heine künftig im Ehrenamt weiter.

Eigentlich hatte er zwar vor, in den Unruhestand zu treten. Nur für den Fall, dass es keine Kandidaten für die Bürgermeisterwahl gebe, wollte er sich erneut bewerben. "Man verlässt nicht einfach das Schiff. Man übernimmt weiter die Verantwortung", erklärt Manfred Heine, der in diesem Jahr in das 63. Lebensjahr eintritt. "Meine Frau und meine Kinder sagen, es hätte gereicht", berichtet er. Dennoch hat er sich entschieden, sich um das Ehrenamt an der Spitze der Gemeinde Spreetal zu bewerben. Nach drei hauptamtlichen Amtsperioden nunmehr als ehrenamtlicher Bürgermeister für sieben Jahre. Denn die Gemeinde Spreetal hat inzwischen weniger Einwohner als je zuvor. Derzeit sind es 1918. Die sächsische Gemeindeordnung sieht für Gemeinden mit weniger als 2000 Einwohnern lediglich ehrenamtliche Bürgermeister vor.

"Ob das Modell Ehrenamt so funktionieren wird, muss sich zeigen", stellt Manfred Heine, der über den Mangel an Arbeit bisher wahrlich nicht klagen konnte, mit der ihm eigenen pragmatischen Stimme fest. Zum Januar des laufenden Jahres ist Heine nach langer Zeit als Chef der Verwaltung bereits von Kämmerin Swantje Schneider-Trunsch abgelöst worden. Frank Fichtner übernimmt das Hauptamt. Eine andere gangbare Lösung wäre nur eine Fusion Spreetals mit einer anderen Stadt oder Gemeinde. Doch derzeit ist das für den Spreetaler Gemeinderat noch keine erklärte Option. Die Hoffnung auf mehr Neubürger ist da. Gerade weil Projektideen wie das exklusive Wohnen am Scheibesee und der Tourismus im Lausitzer Seenland auch eine Aufwärtsentwicklung bei der Einwohnerzahlen mit sich bringen könnten. "Doch es fehlen noch eine ganze Menge neue Köpfe", kommentiert Manfred Heine die Lage und zumindest kurzfristige Aussicht.

Doch er freut sich auf das Ehrenamt. "Mir hat mein Job immer Spaß gemacht. Daran wird sich auch unter anderen Vorzeichen nichts ändern", betont er. Auch als einziger Kandidat zur Wahl hofft Heine, dass viele Bürger zur Urne schreiten und vom Wahlrecht auch Gebrauch machen. Etwa 1600 Wahlberechtigte können am Sonntag in sieben Wahllokalen in den Spreetaler Ortsteilen ihre Stimme abgeben. Aufwendig für sich werben, will und muss Manfred Heine nicht. "Ich glaube nach drei Wahlperioden kennen mich die Bürger schon relativ gut und können einschätzen, wie der Weg mit mir weitergehen soll", erklärt er. Den Kampf um den zweiten Bauabschnitt der Spreestraße und für die Entwicklungen am Scheibesee und am Spreetaler See stehen weiter ganz oben auf dem Arbeitsplan des erfahrenen Kommunalpolitikers. Der ist hoch geschätzt, aber auch gefürchtet. Denn Manfred Heine eilt der Ruf voraus, dass er von einer Sache erst tief überzeugt mit starken Argumenten nicht geizt - und an der Vordertür abgewiesen konsequent durch die Hintertür wieder hereinkommt, um sein Ziel weiter zu verfolgen. Im Interesse einer kleinen Gemeinde, die auch dank des langjährigen Spreetaler Oberhauptes in der Lausitz und in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden gehört wird - sei es als treibende Kraft in der neuen Reiseregion Lausitzer Seenland oder als Motor des grenzübergreifenden Wirtschaftsstandortes Schwarze Pumpe.