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Stark gestiegene Kosten beim Rettungsdienst

Der Rettungsdienst (hier eine Einsatzübung) verursacht 2017 wesentlich höhere Kosten als in den Vorjahren.
Der Rettungsdienst (hier eine Einsatzübung) verursacht 2017 wesentlich höhere Kosten als in den Vorjahren. FOTO: Uwe Menschner/ume1
Bautzen. Der Landkreis Bautzen schließt eine neue Vereinbarung mit den Krankenkassen ab. Privat Versicherte müssen künftig wesentlich höhere Gebühren zahlen. ume1

Der Landkreis Bautzen rechnet für dieses Jahr mit Kosten für den Rettungsdienst in Höhe von etwa 21,3 Millionen Euro. Dies bedeutet im Vergleich zu 2015 (für dieses Jahr liegt die Endabrechnung bereits vor), als die Kosten bei 15,4 Millionen Euro lagen, einen Aufwuchs von etwa 38 Prozent. "Die Gründe für diese erheblichen Kostensteigerungen liegen in gesetzlichen Änderungen sowie in Tarifanpassungen für die Beschäftigten der Leistungserbringer", erläutert der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU).

Die erhöhten Kosten schlagen sich auch in der ab dem 1. Juli geltenden neuen "Vereinbarung über Benutzungsentgelte für den Rettungsdienst" nieder, die der Landkreis Bautzen mit den gesetzlichen Krankenkassen abschließen will und die der Kreistag auf seiner jüngsten Sitzung bestätigte. Die Krankenkassen finanzieren den Rettungsdienst (Notfallrettung und Krankentransporte), die Rettungswachen sowie die Fahrzeugbeschaffung bei den Leistungserbringern. Auf gesetzlich Krankenversicherte, die den Rettungsdienst in Anspruch nehmen, haben die Kostensteigerungen keine (zumindest unmittelbaren) Auswirkungen.

Anders sieht das bei Personen aus, die nicht gesetzlich krankenversichert sind - dies betrifft insbesondere privat Versicherte. Diese müssen für Krankentransport und Notfallrettung pauschale Gebührensätze zahlen. Diese sind in der "Gebührensatzung Rettungsdienst" festgelegt, deren Änderung ebenfalls vom Kreistag beschlossen wurde. Und die hat es durchaus in sich: Mussten bislang für einen Krankentransport 103,50 Euro bezahlt werden, sind es ab dem 1. Juli 165,40 Euro.

Für die Notfallrettung werden statt 345 künftig 550 Euro fällig. "Dies betrifft allerdings nur etwa fünf Prozent der Einsätze", so Landrat Michael Harig.

Der Landkreis Bautzen hat in den letzten Jahren erhebliche Investitionen in die Infrastruktur des Rettungsdienstes getätigt. Neben der Rettungsleitstelle Hoyerswerda (gemeinsam mit dem Kreis Görlitz) baute er unter anderem in Lauta, Weißenberg und Pulsnitz neue Rettungswachen. Die ebenfalls neu errichtete Wache in Bautzen-Stiebitz steht kurz vor der Eröffnung.