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| 14:18 Uhr

Hoyerswerda
Von Lauta nach Bautzen - mit dem Bus eine Weltreise

Die Grünen-Landdtagsabgeordnete Katja Maier (r.) bei der Stammtischrunde im Dörgenhausener Dorfstüb‘l. Mit dabei war auch Jens Bitzka aus Lauta, Vorsitzender der Grünen im Kreis Bautzen.
Die Grünen-Landdtagsabgeordnete Katja Maier (r.) bei der Stammtischrunde im Dörgenhausener Dorfstüb‘l. Mit dabei war auch Jens Bitzka aus Lauta, Vorsitzender der Grünen im Kreis Bautzen. FOTO: Rainer Könen
Dörgenhausen. Die Hoyerswerdaer Regionalgruppe von Bündnis 90/ Die Grünen hatte zu einem Stammtisch eingeladen. Von Rainer Könen

Solche Geschichten hat Katja Maier, die in der sächsischen Landtagsfraktion der Grünen auch das Amt als verkehrspolitischen Sprecherin innehat, bei ihren Besuchen in der Provinz schon häufiger gehört. Geschichten, die einen Hauch von Weltreise haben. Aber eben nur einen Hauch und überhaupt sind sie meist nur ärgerlich.

In das Dörgenhausener Dorfstüb’l hatte die Hoyerswerdaer Regionalgruppe von Bündnis 90/Die Grünen zu einem Grünen-Stammtisch eingeladen. Thema dieser Veranstaltung: Verkehr und Mobilität. Und dazu war es dem Sprecher der elfköpfigen Regionalgruppe, Michael Dorn, gelungen, Katja Maier zu begeistern. Da sitzt die gebürtige Zwickauerin, die seit drei Jahren Landtagsmitglied ist, und hört sich an, wie das ist, wenn man im Bautzener Landkreis auf die „Öffis“, auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), angewiesen ist.

Ein Lautaer schildert, wie er einmal den Versuch unternahm, mit dem Bus von Lauta nach Bautzen zu fahren und dafür eine Menge Geld, Zeit und Nerven investieren musste. Ja, der ÖPNV biete den Bürgern auf dem Lande wenig fürs Geld, so Katja Maier. „Man sieht da seit Jahren einfach keine Fortschritte“, so die Landtagsabgeordnete weiter.

Und dann dieser immerwährende Ruf von der Regierungskoalition nach weiteren neuen Straßen. Katja Maier: „Wir brauchen in Sachsen keine Straßen mehr, wir haben in Deutschland das dichteste Straßennetz.“ Was man brauche, sei ein praktikables und umsetzbares Mobilitätskonzept, wie es die Grünen ja schon seit Langem forderten. Mit einem landesweiten Stundentakt für Bus und Bahn.

Bei dieser Stammtischrunde wurde auch heftig die Daseinsberechtigung der vielen Zweckverbände im Freistaat diskutiert. Fünf gibt es aktuell, die Grünen fordern schon lange eine Reduktion auf wenigstens drei Zweckverbände. Auch das Fehlen vieler Radwege im Freistaat war ein großes Thema an diesem Abend. Natürlich auch die unzumutbaren Radwege in Hoyerswerda und Umgebung. „Da mag man nicht mehr mit dem Rad fahren“, sagt ein Dörgenhausener. Überhaupt: Hoyerswerda als Tor zum Lausitzer Seenland zu bezeichnen, das sei „ein echter Witz“, findet ein anderer. Es fehlten doch vernünftige Radwege, um von Hoyerswerda ins Seenland zu kommen. Im Seenland seien die Radwege top, und dazwischen sei alles ein Flop.

Es läge also vieles im Argen, war man sich in der Runde einig. Auch darüber, dass die verantwortlichen Stellen in der Hoyerswerdaer Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren nichts unternommen hätten, um etwa den Ausbau eines Radwegesystems zum Seenland in Angriff zu nehmen. „Die machen einfach nichts mehr für die Infrastruktur“, bemerkt einer.

Auch Landtagsabgeordnete Katja Maier findet, dass da sicher noch eine Menge Nachholbedarf bestehe, bevor man hier mal von einer fahrradfreundlichen Region sprechen könne. Womit die Runde irgendwie wieder beim Öffentlichen Nahverkehr ankommt. „Den muss man attraktiver machen, damit die Leute umsteigen“, so Maier weiter, die im Übrigen mit dem Auto nach Hoyerswerda gekommen war. „Hatte ich echt nicht vorgehabt“, entschuldigt sie sich. Aber man komme ja abends mit der Bahn von Hoyerswerda nicht mehr nach Dresden.

Ach ja, Hoyerswerdas Bahnhof, der bietet an diesem Abend auch noch Gesprächsstoff. Aber da können die mannigfachen Bahnhofs-Probleme aus zeitlichen Gründen nur kurz angerissen werden. Mit dem Ergebnis dieser Plauderstunde ist Michael Dorn auf jeden Fall zufrieden. Auch damit, dass die Regionalgruppe, die vor anderthalb Jahren nur drei Mitglieder hatte, mittlerweile wächst. Grüne Themen, die interessieren halt auch zunehmend Menschen in Hoyerswerda.