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Staffelstab übergeben in der Flüchtlingshilfe

Luise Dosch (l.) übergibt ihre Koordinatorenstelle an Birgit Radeck.
Luise Dosch (l.) übergibt ihre Koordinatorenstelle an Birgit Radeck. FOTO: Catrin Würz
Hoyerswerda. Seit drei Jahren sorgt das Bürgerbündnis "Hoyerswerda hilft mit Herz" mit vielen Ehrenamtlern dafür, dass Flüchtlinge in der Stadt ein bisschen mehr zu Hause sind, Unterstützung und Hilfe in vielen Dingen des Alltags bekommen. In der Koordination dieser Arbeit gibt es jetzt eine neue Personalie. Catrin Würz

Das Begegnungs café organisieren, Kinderbetreuung und Deutschkurse zur Sprachfestigung anbieten, Patenschaften vermitteln, Möbel-, Kleidungs- und andere Sachspenden verwalten - die Aufgaben sind vielschichtig, die die Ehrenamtler des 2014 gegründeten Bürgerbündnisses regelmäßig zu schaffen haben. In ihrer Freizeit oder in ihrem Ruhestand leisten die Helfer diese so wichtige Arbeit uneigennützig. Mit den rasant angestiegenen Flüchtlingszahlen ab 2016 wurde manches jedoch immer schwieriger.

Seit Sommer letzten Jahres steht den ehrenamtlichen Helfern nun aber eine fest angestellte Koordinatorin für die Integrationsarbeit mit Flüchtlingen zur Seite. Bei der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven Hoyerswerda/Ost sachsen (RAA) ist diese geförderte Projektstelle angesiedelt. Luise Dosch, 27-jährige Leipzigerin, baute das Netzwerk zwischen den Helfern und weiteren Partnern auf. Nun verlässt die Leipzigerin die Region jedoch wieder in Richtung alte Heimat. Sie gibt den Staffelstab an Birgit Radeck weiter.

Birgit Radeck wird ab 1. Februar die Koordination der Flüchtlingshilfe vor Ort übernehmen. Die Hoyerswerdaerin ist in diesem Bereich keine Unbekannte. Knapp zwei Jahre lang leitete sie die Flüchtlings-Notunterkunft an der Beethovenstraße, die der Landkreis Ende 2016 schloss. Dass Birgit Radeck die vakant gewordene Führung des RAA-Projektes übernimmt, lag da ziemlich nahe. "Wir freuen uns, dass die Arbeit nahtlos weitergehen kann. Das ist für uns als ehrenamtliches Bündnis ganz wichtig", sagt Pfarrer Jörg Michel, Sprecher des Bürgerbündnisses.

Birgit Radeck will die vom Bündnis vor einem Jahr gestarteten Sprechstunden im Bürger büro an der Dillinger Straße fortsetzen. Dort wird die Koordinatorin jeweils dienstags von 14 bis 16 Uhr für Fragen aller Art zur Flüchtlingsintegration zur Verfügung stehen. Neu etablieren will sie darüber hinaus eine wöchentliche Sprechstunde im Flüchtlingsheim der Arbeiterwohlfahrt an der Thomas-Müntzer-Straße. Dabei soll es um die Vermittlung konkreter Hilfsangebote an die Asylbewerber ebenso gehen wie um ganz praktische Hilfe für das Bewältigen von amtlichen Formularen. Aber auch die Förderung von mehr Eigenständigkeit bei den Asylbewerbern ist eine Herausforderung, der sich die Hoyerswerdaerin stellen will.

Zum Ende des Monats wird in Hoyerswerda nach der Notunterkunft nun noch eine weitere Flüchtlingsunterkunft schließen. Das Wohnheim an der Dillinger Straße 4 - das Gebäude gehörte einst zur früheren Körperbehindertenschule - wird Ende Januar aufgegeben. Derzeit leben noch 80 Asylsuchende in dem vor genau drei Jahren eröffneten Wohnheim mit 140 Plätzen. Die Bewohner werden innerhalb der Stadt in die beiden Wohnheime der Arbeiterwohlfahrt an der Müntzerstraße und Herrmannstraße umziehen, wo es freie Plätze gibt. Beim Besuch von Kindergärten und Schulen bleibt für die Familien damit alles beim Alten.

Zwischen der Arbeiterwohlfahrt und dem Betreiber des Wohnheimes an der Dillinger Straße, der European Homecare GmbH, gibt es bereits Gespräche über die Nachnutzung von Mobiliar. "Wir sind dazu in Verhandlungen" bestätigt Kevin Stanulla, Asyl-Koordinator bei der Arbeiterwohlfahrt. Auch das Bürgerbündnis wird das von ihm mit Spenden eingerichtete Spielzimmer von der Dillinger Straße in die beiden AWO-Wohnheime umsiedeln. Der Aufbau des Spielzimmers war vor drei Jahren eine der ersten Hilfsleistungen des Bündnisses für Asylsuchende in Hoyerswerda.