Von Sascha Klein

Dank des Regionalversorgers VBH bleiben die Städtischen Wirtschaftsbetriebe Hoyerswerda (SWH) als Gruppe stark. „Ohne die SWH-Gruppe hätten wir diese Lebensqualität vor Ort nicht“, sagt Oberbürgermeister und SWH-Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Skora.

SWH-Geschäftsführer Falk Brandt zieht eine positive Bilanz des Geschäftsjahres 2018: „Alle Töchter haben unsere Erwartungen übertroffen“, sagt er. Obwohl von den Töchtern nur zwei Gewinne abgeworfen haben: die Versorgungsbetriebe (VBH) und die Verkehrsgesellschaft (VGH).

Der SWH-Konzern hat in Summe 8,25 Millionen Euro Gewinn gemacht. Den Löwenanteil macht dabei die VBH aus. Wobei die Rechnung in diesem Jahr ein wenig hinkt, wie Brandt betont. Denn: Die VBH hatte Gelder, die sie für den Rückbau von Leitungen zur Seite gelegt hat, jetzt in die Bilanz miteinbringen müssen.

Die Folge: Laut Bilanzzahlen hat die VBH rund 5,9 Millionen Euro mehr Gewinn gemacht als im Vorjahr. Real, so sagt SWH-Chef Falk Brandt, habe das Unternehmen jedoch 86 000 Euro weniger Gewinn gemacht als im Jahr zuvor.

Schienenersatzverkehr bringt VGH in Schwarze Zahlen

Beim zweiten Unternehmen in den Schwarzen Zahlen, der Verkehrsgesellschaft (VGH), sind die „fetten Jahre“ auch erst einmal vorbei. Solange die Bahnstrecke zwischen Knappenrode und Horka gesperrt gewesen ist, also rund acht Jahre, hat die VGH den Schienenersatzverkehr (SEV) organisiert und ist damit dauerhaft in die schwarzen Zahlen gerutscht. 41 Prozent aller Fahrten haben im Jahr 2018 den SEV ausgemacht. Diese Fahrgäste und diese Einnahmen fallen jetzt weg. Dauerhaft gestützt werden müssen die Lausitzhalle und das Lausitzbad. Sie haben insgesamt 1,43 Millionen Euro Verlust eingefahren.

Weil die anderen Töchter der Gruppe Unterstützung brauchen, hoffen die SWH-Verantwortlichen Jahr für Jahr auf einen kalten Winter. Denn: Das würde die VBH-Einnahmen steigern. „Das Jahr 2018 war kein versorgerfreundliches Jahr“, sagt Falk Brandt mit einem Schmunzeln – kein harter Winter und ein heißer Sommer. 2019 könnte ähnlich verlaufen wie 2018.

SWH-Gruppe will weiter investieren

Die SWH-Gruppe will nach vorne schauen und weiter investieren: rund 30 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren. Davon entfallen alleine 20 Millionen Euro auf die VBH.

Aber: Auch die neue Breitbandgesellschaft (BBH) soll in den kommenden Jahren 5,75 Millionen Euro in die Hand nehmen, um Hoyerswerda nach und nach flächendeckend mit einem Glasfasernetz auszustatten. Das Lausitzbad soll ebenfalls aufpoliert werden. Die Investsumme: fünf bis sechs Millionen Euro.