In der neu aufgerollten Debatte um den Grundschulstandort Laubusch ist am Montagabend eine Entscheidung gefallen. Die historische Schule am Markt wird zweiter Grundschulstandort in Lauta. Kräftiger Applaus ertönt im Saal des Laubuscher Kulturhaus von den anwesenden Bürgern, als die Abstimmung mit elf Stimmen klar für die ehemalige Mittelschule am Markt als zweiter Grundschulstandort ausfiel. Stadträtin Elke Förster (Die Linke), die für die historische Schule stimmte, meinte: "Diese Schule kann man als Diamant sehen, den wir nur wieder frei schleifen müssen."

Auch Laubuschs Ortsvorsteher und Stadtrat Günter Schmidt meinte, dass durch die Reaktivierung der historischen Schule der Ort mit dem Marktensemble wieder aufgewertet wird. Doch nicht alle Räte befürworteten den Beschluss. So enthielten sich die vier Stadträte Lothar Kusche, Hubert Förster (beide Freie Wähler), Edwin Koal sowie Michael Rischer (beide CDU). Letzterer bezeichnete das Vorhaben als Prestige-Projekt.

Nicht alle Argumente bedacht

Auch Lothar Kusche meinte: "Meiner Meinung nach hat man noch nicht alle Argumente bedacht. Es sollte weiter diskutiert werden", appellierte Kusche. Wie Bürgermeister Frank Lehmann (parteilos) erklärt, sei nach einem Termin im Sächsischen Ministerium nur die Schule am Markt förderfähig. Nun müsse schnellstmöglich ein erster Finanzierungsplan eingereicht werden.

Zahlenwerk sorgt für Missmut

Besonders das von der Verwaltung vorgelegte Zahlenwerk zur Finanzierung der Sanierung beider Standorte sorgte für Missmut. Dietrich Matthes, der mit Paul Lisinski (beide CDU) gegen den Beschluss stimmte, äußerte sogar die Meinung, dass die Stadträte mit falschen Zahlen versorgt wurden. Bürgermeister Frank Lehmann dementierte diese Äußerung sofort. "Die Verwaltung habe realistische Zahlen verwendet, deren Grundlage auch aus der bereits angefertigten Studie von 2008 stammen."

Die rund 5,4 Millionen Euro, die für die Sanierung der historischen Schule nun nötig werden, sind zwar nur eine Kostenschätzung und keine Kostenberechnung, die erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt, dennoch lenkte Bauamtsleiter Wolfhardt Persicke ein, könne man auch eine Obergrenze der Sanierungskosten festlegen. Ein anderes Argument der Stadträte, die gegen den Beschluss stimmten, ist die voraussichtlich sinkende Schülerzahl. "Die ehemalige Mittelschule beherbergte einmal fast 400 Schüler. Jetzt will man die Schule für 130 Grundschüler sanieren. Für mich ist das überdimensioniert", meinte Dietrich Matthes. Frank Lehmann entgegnete, dass die Schule am Bad derzeit fast aus allen Nähten platze. Auch die Coppi-Grundschule hat derzeit viele Schüler. Die neue sanierte historische Schule könnte laut dem Bürgermeister genügend Platz bieten und die Schüler demnach gut aufgeteilt werden.

Auch äußerte Frank Lehmann, dass mit einem attraktiven Schulstandort auch wieder mehr Familien nach Lauta ziehen könnten.

Zum Thema:
Nach der Beschlussfassung zum Grundschulstandort wurde im Anschluss auch gleich der Finanzierungsplan für die Sanierung der Schule am Markt mehrheitlich beschlossen (elf Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen) und in das Finanzpaket "Brücken in die Zukunft" aufgenommen, das sowohl aus Bundes- als auch Landesmitteln gespeist wird. Lauta kann damit in den kommenden Jahren die Investition anpacken und ihre Infrastruktur verbessern. Die Maßnahme wird zu 66,6 Prozent gefördert. Der Eigenanteil beträgt noch 1,8 Millionen Euro, wobei auch die Gemeinde Elsterheide sich an den Kosten beteiligen wird, da auch Elsterheider Kinder die Grundschule in Laubusch besuchen. In welcher Höhe sich Elsterheide finanziell beteiligen wird, soll noch ausgehandelt werden. ang1