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Stadträte empört nach Spritzeisbahn-Absage

Diese Kleinfeld-Bolzplatzfläche auf der Bürgerwiese im Stadtzentrum war seit 2014 eigentlich als mögliche Spritzeisbahn vorgesehen. Das Rathaus hat dieser Idee jetzt eine Absage erteilt – ohne den Stadtrat zu fragen.
Diese Kleinfeld-Bolzplatzfläche auf der Bürgerwiese im Stadtzentrum war seit 2014 eigentlich als mögliche Spritzeisbahn vorgesehen. Das Rathaus hat dieser Idee jetzt eine Absage erteilt – ohne den Stadtrat zu fragen. FOTO: cw
Hoyerswerda. Die am Donnerstag im Rathaus überraschend verkündete Absage zur Thematik Spritzeisbahn in Hoyerswerda schlägt hohe Wellen – und hat die Mitglieder des Stadtrates offenbar kalt erwischt. Catrin Wuerz

Denn die Fraktionen waren in die Entscheidung weder eingebunden noch waren sie davon überhaupt informiert worden. Deshalb hagelte es gestern auch gleich aus allen politischen Lagern Kritik an diesem Alleingang von Oberbürgermeister und Verwaltung.

"Wir als SPD-Fraktion sind empört. Und wir werden die Entscheidung und die Vorgehensweise der Verwaltung so nicht akzeptieren", erklärte SPD-Fraktionschef Uwe Blazejczyk gestern. Er sei fassungslos, dass diese Entscheidung einmal mehr "ohne die Öffentlichkeit, ohne den Sport in der Stadt, ohne Partner, ohne Räte, sondern wieder im stillen Kämmerlein getroffen wurde". Blazejczyk monierte, dass dies keine Politik im Sinne des selbstgewählten Stadtslogans "Wir lieben Ideen!" sei. Und: Im Rathaus habe man die Wichtigkeit des Themas Spritzeisbahn offensichtlich völlig unterschätzt. "Es wurde einfach nicht verstanden, was die Familien, Erwachsene und Kinder in der Winterzeit wirklich bewegt!"

CDU-Fraktionsvorsitzender Frank Hirche zeigt sich ebenfalls verwundert: "Es ist immer wieder erstaunlich, wenn woanders etwas geht - und in Hoyerswerda nicht!" Er erinnerte daran, dass 2010 mehrere Partner - Kameraden der Feuerwehr, der Bauhof und Mitarbeiter der GAF sich gemeinsam für eine Eisbahn eingesetzt hatten. Hirche ist überzeugt: "Zu dem Thema kann das letzte Wort nicht gesprochen sein."

Das findet auf jeden Fall auch Ralf Haenel, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke. "Dass die Stadträte diese Entscheidung aus der Zeitung erfahren - das geht einfach nicht", so seine Kritik an der Verwaltungsspitze. Alle drei Fraktions-Chefs sind sich einig: Es muss eine andere Lösung geben als die generelle Absage an die Spritzeisbahn für alle Zeiten.