| 02:41 Uhr

Stadt legt Spritzeisbahn ad acta

Aus der Traum! So hätte es aussehen können mit einer Spritzeisbahn auf der Bürgerwiese. Doch das Thema ist ad acta gelegt.
Aus der Traum! So hätte es aussehen können mit einer Spritzeisbahn auf der Bürgerwiese. Doch das Thema ist ad acta gelegt. FOTO: LR Neumann
Hoyerswerda. Die Stadt Hoyerswerda legt eine seit vielen Jahren verfolgte Idee nun offenbar für immer ad acta: Eine an kalten Wintertagen angefertigte Spritz eisbahn wird es auch künftig auf Initiative der Stadt nicht mehr geben. Diese Grundsatzentscheidung hat das Rathaus gestern öffentlich gemacht. Catrin Würz

Die Gründe: Zu hoher technischer und materieller Aufwand, zu große Bedenken zum Thema Sicherheit und Verantwortlichkeiten, zu lange Einsatzzeiten der Feuerwehr, zu viele Unwägbarkeiten und Kosten . . . "Wir müssen feststellen, dass die Spritzeisbahn-Versuche in der Vergangenheit gezeigt haben, dass Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis stehen und dass die Erwartungshaltung der Nutzer oft nicht erfüllt werden konnte", sagt Olaf Dominick, Leiter des Büros des Oberbürgermeisters. Insbesondere die Berufsfeuerwehr habe in den vergangenen Jahren immer wieder versucht, an mehreren Standorten, zum Beispiel auf der Zoowiese und vor der Hauptfeuerwache, Spritzeisbahnen zu errichten, "leider jedoch mit sehr kläglichem Erfolg", heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus. Man habe sogar die Alternative einer Kunsteisfläche geprüft - wie sie zum Beispiel in Görlitz betrieben wurde. "Doch das würde zu zusätzlichen Kosten in Höhe von 100 000 Euro für Anschaffung und Betrieb führen", so Olaf Dominick.

Nun also die generelle Absage an alle Hoffnungen zur Spritzeisbahn-Thematik - ein für alle Mal. Damit reagiert die Stadt offenbar auf eine Vielzahl von Bürgeranfragen, die angesichts der über drei Wochen währenden Dauerfrostperiode im Rathaus geballt ankamen. Denn eigentlich haben künstlich angelegte Spritzeisbahnen in Hoyerswerda eine lange Tradition. Schon zu DDR-Zeiten haben sich in den Wohnkomplexen Initiativen gebildet, die in Frostperioden Flächen für das Schlittschuhlaufen vorbereiteten. Auch 2009 und 2010 gab es zuletzt noch solche Freuden für kleine und größere Eislauf-Fans. Und als im Jahr 2014 auf einer Abrissfläche im Stadtzentrum die Bürgerwiese als Freizeitpark vollendet wurde, war die befestigte Fläche des Fußball-Kleinfeldes für kalte Winter auch als Spritzeisbahn ins Auge gefasst. Dazu ist es nun aber nie gekommen - und wird es wohl auch nie mehr.

Während Hoyerswerda am nicht zu stemmenden Aufwand scheitert, ist der Eislaufspaß in manch kleinerem Ort in der Nachbarschaft mit ganz einfachen Mitteln aber schon seit Wochen im Gange. So gab es in Wittichenau auf dem zugefrorenen Stadtteich ein paar sehr schöne Eislauf-Tage, die mit Hilfe von Flutlichtstrahlern durch den städtischen Bauhof künstlich verlängert wurden. "Wir unterstützen das spontan, wenn es mal so gute Bedingungen gibt", sagt Georg Brösan vom städtischen Bauamt. Auch im Wittichenauer Ortsteil Sollschwitz machte der Dauerfrost in diesem Jahr eine Eislauf-Saison möglich. In dem Dorf gibt es seit 2000 eine von den Bürgern ausgekofferte Fläche auf einer Feuchtwiese. Kündigen sich verlässliche Minusgrade an, wird dort Wasser hingepumpt. "Das hat in diesem Jahr super geklappt. Das Eisfeld wurde von den Kindern und der Jugend rege genutzt", sagt Georg Brösan zufrieden, der in Sollschwitz Ortsvorsteher ist. Er weiß, dass es ein schwieriges Unterfangen ist, das Eis als glatte Fläche hinzubekommen. "Das braucht Erfahrung und geht schnell auch mal schief."

In Lohsa gibt es seit vielen Jahren sogar ein "Eisstadion". So wird jedenfalls die abgegrenzte Fläche am Sportplatz genannt, in die bei Frost dank ehrenamtlicher und privater Initiative Spreewasser gepumpt wird. "Das ist natürlich auch in diesem kalten Winter so gemacht worden", bestätigt Sven Koppen, Bau- und Ordnungsamtsleiter in der Gemeinde Lohsa. Leider habe das Eis diesmal Blasen geschlagen, die den Spaß auf Kufen etwas getrübt haben. Doch generell sei in Lohsa die Begeisterung an diesem Sport groß.