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| 02:45 Uhr

Stabwechsel beim Sinfonie-Orchester

Die Leipziger Dirigentin Eva Meitner hat in Hoyerswerda die künstlerische Leitung des Sinfonischen Orchesters übernommen.
Die Leipziger Dirigentin Eva Meitner hat in Hoyerswerda die künstlerische Leitung des Sinfonischen Orchesters übernommen. FOTO: uhz1
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdaer Musikfesttage gelten schon lange als beliebtestes musikalisches Traditionsfestival der Oberlausitz. Mit 14 Veranstaltungen innerhalb von nur drei Wochen ist das Programmangebot vielseitig. Ein Debüt gibt es dazu am Sonntag. Ulrike Herzger / uhz1

Am Muttertag um 17 Uhr schlägt wieder die Stunde des traditionellen Abschiednehmens: Die 50. Musikfesttage in Hoyerswerda sind dann Geschichte. Vor allem Stammbesucher werden gespannt sein und wohl ganz genau hinschauen und zuhören, wissen sie doch bereits seit dem Silvesterkonzert, dass in der nächsten Saison ein Wechsel am Dirigentenpult bevorsteht. Nach 52 Jahren, in denen Musikschullehrer Lutz Michlenz das Sinfonische Orchester leitete und es in der Beliebtheitsskala ganz weit nachführte - auch über die Region hinaus - hatte der fast 80-Jährige am letzten Tag des Jahres unter emotional langem Beifall verkündet, die künstlerische Leitung und Stabführung in andere Hände zu legen. Die Wahl fiel auf Eva Meitner. Von allen Bewerbern hatte die junge Leipzigerin das Orchester nicht nur beeindruckend gut im Griff, sondern sie schien sich auf die Orchestermitglieder gut und konstruktiv aufeinander einstellen zu können. "Die Chemie stimmt einfach", schätzt Eva Meitner ihrerseits ein und bekommt aus den Orchesterreihen positive Bestätigung. "Der Gedanke, Dirigentin zu werden, formte sich erst später", erzählt Meitner. Zuerst hatte sie Geigen- und Querflötenunterricht gehabt, lernte Klavierspielen und nahm Gesangsunterricht. Zwölf Jahre ist sie selbst Orchestermusikerin gewesen, weiß, wie Anweisungen aufgenommen werden. "Ich will den Musikern hier nichts aufzwingen oder sie technisch überfordern", sagt die Dirigentin. Man solle zum Musizieren zusammen kommen und wolle nicht nur an den Problemen herumfeilen.

Trotzdem ist Eva Meitner davon überzeugt, dass sie ihre Sinfoniker beim Abschlusskonzert nicht enttäuschen werden, "…, denn meinen Erfahrungen nach, sind es gerade Laienorchester, die bei einem öffentlichen Auftritt, noch einmal alles aus sich herausholen und praktisch zwei- bis dreihundert Prozent besser sein können, als in unseren Proben", blickte sie voraus. Inzwischen ist auch dem Orchester klar, dass sie mit ihr einen großen Glücksgriff getan haben. Denn ihr fachliches Wissen eignete sie sich in über zehn Jahren beim Studium im Orchester- und Chordirigieren an der Hochschule für Musik in Trossingen an sowie in Weimar an der Hochschule für Musik "Franz Liszt".

Die Leipzigerin ist übrigens stets auf Achse. Denn sie gehört zu den überzeugten Zugfahrern: "Dabei kann ich entspannt eine Partitur anschauen, lesen oder auch mal schlafen." Zum anderen sei das Auto nicht gut für die Umwelt. Allerdings fällt ihr im Moment wie Vielen der Bahnstreik arg auf die Füße. Doch zum Abschlusskonzert ist sie auf alle Fälle pünktlich, da sie schon ab morgen in Hoywoy übernachten wird.

Zum Thema:
Eva Meitner vom Sinfonischen Orchester Hoyerswerda feiert ihr Debüt beim Abschlusskonzert der 50. Musikfesttage am Sonntag, den 10. Mai, ab 17 Uhr in der Lausitzhalle Hoyerswerda. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von C.M. von Weber, M. Bruch und J. Brahms.