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| 02:48 Uhr

Spreewitzer Biologe macht "Silberblick" zum Filmstar

Spreewitz. "Deutschlands wilde Wölfe – wie sie wirklich sind" heißt der brandneue Film des Spreewitzer Wildbiologen Sebastian Koerner. Am 21. März wird der 45-minütige Streifen im NDR ausgestrahlt. Dafür filmte der 48-Jährige über zwei Jahre im Lausitzer Wolfsgebiet. Torsten Richter

"Wölfe - wo sie auftauchen, wird es gefährlich. Manche meinen auch für Menschen." Mit diesen düster klingenden Worten beginnt Sebastian Koerners erster eigener Film über die Graupelze. Der Streifen schildert das Alltagsleben der Lausitzer Wölfe. Noch nie zuvor gezeigte Aufnahmen verdeutlichen, dass keines der gängigen Klischees, beispielsweise eine angebliche Blutrünstigkeit oder das Ausrotten kompletter Wildbestände, über diese Raubtierart stimmt. Stattdessen kann Koerner mit seinen faszinierenden Aufnahmen belegen, dass es in Wolfsrudeln oftmals wesentlich friedlicher zugeht als in manchen Menschenfamilien. Die Bilder zeigen Elterntiere, die sich rührend um ihre Welpen kümmern. Zu sehen sind darüber hinaus jugendliche Jährlingswölfe, die den mitunter noch tapsig wirkenden "Kindern" das Jagen beibringen.

Der 48-jährige Wildbiologe nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zu Wölfin "Silberblick". Dieses Tier stammt aus einem Wurf des Seenland-Rudels aus dem Jahr 2009. Ihren originellen Namen bekam das "Wolfsmädchen" aufgrund ihres schielenden Blickes. Zudem zeichnet es sich durch seinen neckischen Umgang mit den Geschwistertieren aus. Sebastian Koerner begleitet "Silberblick" auf ihrem Weg vom Welpen bis ins Jährlingsalter. Dabei entstanden spannende Szenen, beispielsweise diejenige, wo die Wölfin Jagd auf ein Rotwildrudel macht. Wie diese allerdings ausgegangen war, verlor sich im Dunkel des Kiefernwaldes.

Insgesamt stand für den Schnitt des 45-minütigen Streifens Filmmaterial mit einer Gesamtlänge von rund fünf Stunden zur Verfügung. Dafür war Sebastian Koerner über 300 Mal im Wolfsgebiet mit seiner Halbzoll-Chipkamera unterwegs.

Die Graupelze haben in Koerner längst das Jagdfieber mit der Kamera geweckt. So hat der Wildbiologe schon Ideen für weitere Filme entwickelt. In einem Streifen könnte beispielsweise gezeigt werden, wie nützlich "Isegrim" für die Natur ist. Durch seine Jagd auf krankes und schwaches Wild stelle er eine Art "Gesundheitspolizei" im Wald dar.

Laut Koerner soll die einstige Seenland-Wölfin "Silberblick" inzwischen in der Königsbrücker Heide ihr eigenes Rudel gegründet haben. "Es wird Zeit, dass diese Familie mal gefilmt wird."