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| 15:25 Uhr

600-Jahr-Feierlichkeiten in Spreewitz
Spreewitzer öffnen ihre Höfe

 Der Spreewitzer Reinhard Ziesche wird am Samstag in seinem Hof eine Schmiedewerkstatt präsentieren.
Der Spreewitzer Reinhard Ziesche wird am Samstag in seinem Hof eine Schmiedewerkstatt präsentieren. FOTO: Anja Guhlan
Spreewitz. Private Hofbesitzer gestalten Festtag und lassen in ihre Höfe blicken. Auch Reinhard Ziesche ist dabei. Von Anja Guhlan

Der Ort Spreewitz feiert am kommenden Wochenende 600-jähriges Bestehen. Erstmals werden sich zum Fest am kommenden Wochenende auch private Höfe öffnen, um Einblick zu geben in das dörfliche Leben des Ortsteiles der Gemeinde Spreetal.

Schon den Ur-Ur-Großeltern gehörte der Hof

Auch Reinhard Ziesche, dessen Hof sich mitten in der Dorfaue befindet, wird am Wochenende auf seinen Hof einladen. „Eigentlich ist es gar nicht mehr mein Hof“, gibt der 77-Jährige zu. Denn mittlerweile hat er den gesamten Hof seiner Tochter überschrieben. Er hat ein lebenslanges Bleiberecht. Von Generation über Generation wurde der Hof stets innerhalb der Familie weiter vererbt. „Ich weiß, dass meine Ur-Ur-Großeltern schon hier gelebt haben“, erzählt Reinhard Ziesche. Das Leben früher ist sicherlich um einiges schwieriger gewesen als heute. Schließlich waren die Dorfbewohner zu damaligen Zeiten alle Selbstversorger. „Als ich ein Kind war, gab es noch einen Pferde- , Schweine- und Kuhstall hier auf dem Hof“, erinnert sich der Senior, der auf dem Hof sogar geboren wurde.

Seine Großeltern und Eltern mussten noch hart schuften, um den Hof zu bewirtschaften. „Heute ist alles leichter geworden. Heutzutage geht es nur noch um die Erhaltung des Hofes. Da muss ab und an das Dach repariert werden, die Fassade erneuert werden und so weiter.“ Die einstigen Ställe wurden längst umfunktioniert in einen Heizungs- oder Waschraum. „Ich liebe das Dorfleben und hänge mit viel Herzblut an diesem Hof“, sagt er. In einem Plattenbau zu leben, kann er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Es ist die Gemeinschaft, die Ruhe, das überschaubare Dorf, was ihn glücklich macht.

Wenn am kommenden Wochenende die Höfe in Spreewitz öffnen, will er eine alte Schmiedewerkstatt präsentieren. „Es gab früher in jedem Dorf eine Schmiede“, erklärt der gelernte Schmied. In seinem Hof stand die Schmiedewerkstatt allerdings nicht, betont er. Er hat lediglich altes Schmiedewerkzeug gesammelt und kann am kommenden Samstag eine komplette Schmiedewerkstatt mit Amboss, Hammer und Co. präsentieren.

Etliche Attraktionen auf den Höfen

Viele weitere Höfe werden ab 10 Uhr ihre Türen öffnen. So werden unter anderem alte Traktoren gezeigt, landwirtschaftliche Gerätschaften und auch das Schafscheren soll vorgeführt werden. Auch eine Klöppelvorführung oder das Spinnen von Wolle wird es geben. Über Themen wie den Wolf oder das Angeln wird ebenfalls informiert. Holzschnitzer, Imker und Hufschmied werden ebenso ihre Arbeit präsentieren. Aber auch alte Traditionen wie das Verzieren von sorbischen Ostereiern oder die sorbischen Trachten werden zur Schau gestellt.

Am Samstag um 13.30 Uhr wird es zudem einen Festumzug mit rund 200 Teilnehmern vom Kreisverkehr bis zur Dorfaue geben. Im Anschluss gegen 15 Uhr steht ein Platzkonzert mit den „Weskower Blasmusikanten“ an. Auch der Chor der Partnerstadt Jasnien wird um 16 Uhr seine Lieder zum Besten geben. Ab 20 Uhr ist Tanz. Musikalisch dürfen sich die Besucher auf die Band „Privileg“ freuen. Um 22.30 Uhr rundet ein Feuerwerk den Festtag ab.

Der Sonntag beginnt dann um 9.30 Uhr mit einem Festgottesdienst. Im Anschluss gegen 11 Uhr gibt es einen Frühschoppen mit dem Orchester Lausitzer Braunkohle. Ab 15 Uhr steigen Sängerin Franziska Wiese und der Komiker Heiko Harig auf die Bühne. An beiden Tagen lädt eine Ausstellung des Traditionsvereins Glück Auf Schwarze Pumpe in das Gasthaus „Max und Moritz“ in der Ortsmitte ein (jeweils 10 bis 18 Uhr).