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Lausitzer Seenland
Der Tempo-See braucht mehr Wasser

Hoyerswerda . Bergbaugewässer braucht konstanten Wasserstand. Sanierer verhandeln um Wasserlieferungen aus Schwarze Pumpe.

Der Spreetaler See braucht dauerhaft mehr Wasser. Am Mangel der Konstanz in der Füllmenge des sanierten Bergbaufolgesees ist die avisierte Zwischennutzung des neuen Gewässers bisher gescheitert. Dabei drückt die Anrainer-Gemeinde mit Bürgermeister Manfred Heine an der Spitze aufs Tempo: auf dem See selbst und in den sächsischen Amtsstuben. Das Gemeindeoberhaupt hat sich in vielen Jahren den Ruf erarbeitet, nach einem Scheitern auf dem Weg durch den Haupteingang den nächsten Versuch sofort mit der Rückkehr durch die Hintertür zu starten. In diesem Sommer aber ist Heine mit der gewöhnlich hervorragend funktionierenden Taktik ganz erfolglos geblieben.
Die Freizeitkapitäne, die die Segel in den Wind setzen und die Motoren auf dem Tempo-See des Lausitzer Seenlandes heulen lassen wollen, mussten an Land bleiben. Dabei sind die Hausaufgaben bis zum erforderlichen Lärmschutzgutachten geleistet. Das hat Daniel Just, der Geschäftsführer des sächsischen Seenland-Verbandes, jetzt versichert. Lediglich auf die „bergrechtliche Stellungnahme“ der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) werde bereits seit sieben Monaten gewartet. „Der Wasserstand kann noch nicht konstant gehalten werden“, bestätigt Jürgen Nagel, der Projektleiter der Bergbausaniererin. Um das wertvolle Nass werde deshalb mit dem aktiven Bergbauunternehmen über Wasserlieferungen aus Schwarze Pumpe verhandelt. Erst dann können die Landesdirektion Dresden und die Wasserbehörde des Landkreises Bautzen das Nutzen der Wasserflächen absegnen. Zum Start in die neue Saison sollte das letzte Problem dann umschifft sein.

Manfred Heine drängt darauf. Denn die ersten Investoren werden schon unsicher, sagt er. Der Deutsche Motorsport und Yachtverband will am Spreetaler See siedeln. Ein weiterer Anwärter hat schon abgesagt. Denn die Gemeinde hatte, dem ursprünglichen Zeitplan der Sanierer folgend, schon Nutzungen befürwortet, rechtzeitig alle erforderlichen Anträge bei den Behörden gestellt – dann aber absagen müssen. Auch ein Volksfest, das an den neuen Ufern geplant war, ist wegen der ausstehenden Genehmigungen ins Wasser gefallen.

Und eine weitere Problemzone ist aufgetaucht: Die Seerundwege und Verbindungspfade von Spreetal bis Bluno – und damit vorbei an der beeindruckenden Schleuse des später schiffbaren Wasserweges zwischen dem Sabrodter und dem Spreetaler Tempo-See – sind zwar schick ausgebaut. Aber sie sind der Ausschilderung zufolge für Fahrzeuge jeder Art unzugänglich. „Das ist schlecht“, stellt das Spreetaler Gemeinde-Oberhaupt fest. Die Schilder müssen ausgetauscht werden. Denn als Radwege sollen die Asphaltpisten auch genutzt werden. Das ist ein Markenzeichen der neuen Reiseregion in der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft.

Mitte Oktober sollen übrigens die Generalpläne für den Koschendamm, der den Geierswalder und den Partwitzer See trennt und vereint, sowie für den Knappensee erstmals vorgestellt werden. Experten unterbreiten Vorschläge, wie das Terrain besiedelt werden kann.