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| 17:32 Uhr

Lausitzer Seenland
Wassersportzentrum ohne Wasser

Ein Verein im Wartestand: Monika Frost, Lutz Müller sowie Hans-Jörg Herholz vom Wassersportzentrum „Spreetaler Ostküste“ dürfen den See am Vereinsdomizil nicht nutzen. Schilder weisen auf das Verbot hin.
Ein Verein im Wartestand: Monika Frost, Lutz Müller sowie Hans-Jörg Herholz vom Wassersportzentrum „Spreetaler Ostküste“ dürfen den See am Vereinsdomizil nicht nutzen. Schilder weisen auf das Verbot hin. FOTO: Anja Guhlan
Spreetal. Die Spreetaler Wassersportler warten seit 14 Jahren auf die Genehmigung zur Nutzung. Die Vereinsaktivitäten sind eingeschränkt. Der See braucht mehr Wasser. Von Anja Guhlan

In der Lausitzer Region ist das Wassersportzentrum „Spreetaler Ostküste“ wohl das einzige Wassersportzentrum, das ohne die Nutzung des anliegenden Sees auskommen muss. Ein Wassersportzentrum ohne Wasser? Geht das? „Leider geht das. Und still ruht der See“, sagt Hans-Jörg Herholz, der Vereinsvorsitzende des Wassersportzentrums am Spreetaler See.

Der Wassersport-Verein habe sich im Jahr 2004 mit zwölf Mitgliedern gegründet. Damals, nach der Flutung des Sees, sollte der Wassersport an den See gebracht werden, erinnert sich Herholz. Also gründeten zwölf Wassersportfreunde den Verein und setzten sich das Ziel, allen interessierten Personen ein breites Spektrum an motorisiertem und nicht motorisiertem Wasser- und Freizeitsport anzubieten.

Auch die Jugend sollte zunehmend an den Wassersport herangeführt werden. Dazu sollte im See am Nordufer ein Hafengelände  mit Steganlage und Slippeinrichtungen entstehen. Auch maritime Wettkampf- und Trainingsveranstaltungen waren geplant.

Doch von den Vorhaben ließ sich nicht sehr viel umsetzen. Inzwischen ist der Verein an die Nordküste des Sees umgezogen. An der Ostküste befinde sich Kippenboden. Der Standort an der Nordküste sei gewachsen und damit standsicher. „Im Jahr 2010 durften wir auch einmal auf den Spreetaler See rauf mit einer zeitlich begrenzten Zwischennutzung. Damals gab es ein kleines Fest und die Wasserski-Fahrer durften unter anderem auf den See“, erinnert sich Lutz Müller, ein Vorstandsmitglied. Seitdem ruht der See wieder und der Verein wartet auf eine saisonale Zwischennutzung.

Laut dem Bergbausanierer LMBV braucht das Bergbaugewässer einen konstanten Wasserstand für eine Nutzung. Der Spreetaler See braucht also dauerhaft mehr Wasser. Die LMBV prophezeite jedoch im Oktober des zurückliegenden Jahres, dass zum Start in die neue Saison das letzte Problem umschifft sein sollte. Doch die versprochenen Zusagen zur Zwischennutzung ziehen sich seither immer weiter hinaus.

Wann eine Zwischennutzung ausgesprochen werden kann, dazu äußerte sich die LMBV auf Nachfrage nicht. Es bestehe immer noch das Problem der konstanten Füllmenge des sanierten Bergbaufolgesees.

Für den Verein ist das ein dauerhaft unerträglicher Zustand. „Unser Verein ist im Wartestand. Eigentlich hatten wir uns das alles ganz anders gedacht, als der Verein vor fast anderthalb Jahrzehnten auf Anraten von Bürgermeister Manfred Heine gegründet worden war“, sagt Herholz traurig. Den Wassersportlern juckt es bereits seit Jahren in den Fingern. Jahrelang mussten sie ihre Boote zu anderen Gewässern schaffen, wo sie doch selbst einen großen See vor der Haustür haben. „Das Vereinsziel, die touristische und wassersportliche Entwicklung am See anzuschieben, zu entwickeln und zu fördern, soll ja nicht aus den Augen geraten. Die Vereinsaktivitäten sind jedoch stark eingeschränkt“, erklärt Herholz. „Wir haben zum Glück aber noch nicht aufgegeben“, resümiert er weiter.

So finden regelmäßige Arbeitseinsätze am Vereinsdomizil statt, einer Containerhochburg, die im Jahr 2008 errichtet wurde. Und kleine Feste und Versammlungen. „Zum Glück sind unsere Mitglieder nicht abgewandert. Viel mehr haben wir inzwischen 29 Mitglieder im Alter von 18 bis 70 Jahren, auch Familien sind darunter. Der Verein lebt dennoch vom Hoffen“, erklärt Monika Frost, ebenfalls im Vorstand des Vereins.

Dessen größter Wunsch ist, den 314 Hektar großen See, der rund sechs Prozent der gesamten Seenkette beansprucht, endlich nutzen zu können. „Wir könnten sofort loslegen“, versichert Herholz.