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| 22:10 Uhr

Gemeinde Spreetal
Spreetal greift selbst zum Schrubber

FOTO: IG BAU
Burgneudorf. Mit Eigenreinigung könnten Kosten gespart werden. Spreetaler Räte stimmen dem Vorhaben für ein Jahr Probe zu. Von Anja Guhlan

Der Sparkurs, zu dem die Gemeinde Spreetal laut ihrem Haushaltsstrukturkonzept gezwungen ist, bringt nun auch recht ungewöhnliche Ideen auf den Tisch. Einsparpotenziale sieht die Verwaltung nämlich auch in der Reinigung der kommunalen Gebäude.

Gab es bisher einen Dienstleistungsvertrag mit einem externen Anbieter über die Grundreinigung und den Hausmeisterservice an der ortsansässigen Schule samt Turnhalle, dem Verwaltungsgebäude sowie den drei Kitas in der Gemeinde, setzt die Verwaltung nun auf Eigenreinigung. Das heißt, die Gemeinde möchte ihre Einrichtungen künftig mit eigenen Reinigungskräften saubermachen.

Kämmerin Swantje Schneider-Trunsch stellte im Gemeinderat das Pro und Contra für diese Idee gegenüber. Sie kommt zu dem Schluss, dass durch Eigenreinigung rund 50 000 Euro pro Jahr eingespart werden könnten. Zudem können durch eigenes Reinigungspersonal die auszuführenden Reinigungsarbeiten noch optimiert werden. Die Kämmerin geht von einer höheren Qualität aus, da die Reinigungskräfte flexibel agieren könnten. Das steigere auch die Nutzerzufriedenheit und im Endeffekt auch die Motivation der Reinigungskräfte.

Der Großteil der Räte begrüßt den Vorschlag. Norbert Meyer (Spreetaler Wählervereinigung) sieht mehr Vorteile: „Die Einbindung des Reinigungspersonals an die Einrichtung ist dichter, dadurch wird die Qualität besser.“ Auch André Lattke (Bürgervereinigung Spreetal) hat sich bereits in den Kitas informiert und glaubt an positive Effekte für die Kindereinrichtungen.

Bei der Abstimmung enthalten sich Ulrich Wendt und Dieter Kretzschmar (beide Spreetaler Wählervereinigung) jedoch der Stimme. „Ich bin mir nicht sicher, ob wir auch was einsparen könnten, wenn wir dem externen Dienstleister lediglich einen neueren Reinigungsplan vorlegen“, meint Ulrich Wendt. Und Dieter Kretzschmar befürchtet, den kleineren Firmen damit zu schaden. Doch da hält André Kowalick (Spreetaler Wählervereinigung) dagegen: „Wir sollten vor allem den Bürgern zeigen, dass wir sparen können.“

Der ehrenamtliche Bürgermeister Manfred Heine (parteilos) hat selbst auch Bauchschmerzen mit dieser Entscheidung. Er befürchtet, dass sich die Eigenreinigung am Ende doch als teurer entpuppen könnte. Allerdings seien die Berechnungen der Kämmerin wirklich plausibel.

Zu guter Letzt einigten sich die Gemeinderäte auf ein Probejahr für diese Methode. Wenn der Versuch mit der Eigenreinigung scheitert, könne die Gemeinde wieder einen externen Reinigungsdienst ausschreiben lassen.