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Spreecamp soll nachträglich mit Baurecht versehen werden

Spreetal. Das Umweltcamp in Neustadt ist ein Schwarzbau und soll nun über einen Bebauungsplan nachträglich baurechtlich genehmigt werden. Das kündigte Spreetals Bürgermeister Manfred Heine bei einer Einwohnerversammlung in Neustadt an. trt1

Es liegt idyllisch ein Stückchen oberhalb der Neustädter Spreebrücke direkt am Fluss: das Umweltbildungscamp von Karsten Nitsch. In den vergangenen Jahren sind drei Blockhütten errichtet worden, zwei weitere hölzerne Unterkünfte sowie ein kleines Gemeinschaftshäuschen. "Bei mir waren schon Gäste aus halb Europa zu Gast, die lernen wollten, wie ein Blockhaus gebaut wird", berichtet Nitsch. Nämlich ohne einen einzigen Nagel. Darüber hinaus besuchen alljährlich während der warmen Jahreszeit nicht wenige Kinder und Jugendliche das Ensemble am Strand der Spree. Umweltbildung werde dann ganz groß geschrieben. Für Erwachsene gebe es Kurse in ökologischer Lebensweise, was man alles mit Wildkräutern anfangen könne sowie Fotografen-Workshops.

Soweit, so gut. Doch eine Baugenehmigung könne Karsten Nitsch für die inzwischen zahlreichen Gebäude bislang nicht vorweisen. Konkreter wird der Spreetaler Bürgermeister Manfred Heine: "Das Camp war ein Schwarzbau. Deshalb musste die Gemeinde handeln." Zugute hält der Verwaltungschef dem ehemaligen Forstarbeiter Nitsch, dass er mit seinem Camp aktiv Werbung für die Region betreibe. Um eine Baugenehmigung komme Nitsch dennoch nicht herum. "Das Projekt soll legitimiert werden", erklärt Heine. Daher werde aktuell ein Bebauungsplan erstellt. Schließlich befinde sich das Areal bereits im Neustädter Außenbereich. Und dort darf eigentlich nicht gebaut werden.

Karsten Nitsch verfolgt indes weitere Pläne. "Ganz wichtig ist der Bau eines Sanitärtrakts", kündigt der Freiberufler an. Bislang müssten die Gäste die Duschen des benachbarten Sportlerheims vom LSV Neustadt nutzen. Nicht zuletzt sei jetzt verstärkt mehr Verantwortung vonnöten, da auch immer mehr Schulklassen kämen. Dort seien die Anforderungen vom Gesetzgeber besonders hoch gelegt.

Darüber hinaus plant der Investor noch mehr öffentliche Präsenz im Dorf. Im Herbst solle ein Tag der offenen Tür im Camp stattfinden. Der genaue Termin werde rechtzeitig bekannt gegeben.