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| 15:42 Uhr

Vernissage in Kamenz
Sprechende Steine - erlebte Bilder

Im Gespräch beim Vorbereiten der neuen Ausstellung im Museum der Westlausitz in Kamenz (v.l.): Kuratorin Julia Baumbach und die Künstlerinnen Gudrun Otto sowie Cvetanka Kirilova Schnorrbusch.
Im Gespräch beim Vorbereiten der neuen Ausstellung im Museum der Westlausitz in Kamenz (v.l.): Kuratorin Julia Baumbach und die Künstlerinnen Gudrun Otto sowie Cvetanka Kirilova Schnorrbusch. FOTO: Reinhard Hoffmann
Kamenz. Freitagabend wird im Museum der Westlausitz in Kamenz eine neue Ausstellung eröffnet

Von Reinhard Hoffmann

Die Skulpturen der bulgarisch stammigen Bildhauerin Cvetanka Kirilova Schnorrbusch und der Lausitzer Malerin Gudrun Otto haben Kuratorin Julia Baumbach und ihr Team zu einer Symbiose von Naturmaterialien zusammengeführt.

Otto lebt seit 1957 in der Region Hoyerswerda und hat nicht nur dort viele Bewunderer. In mehr als 25 Ausstellungen hat sie ihre Arbeiten vorgestellt. Nun kommt Gudrun Otto nach 2005 zum zweiten Mal ins Museum der Westlausitz. Für sie ist es interessant, mit Cvetanka Kirilowa Schnorrbusch gemeinsam auszustellen. Bisher hatten sie noch keinen Kontakt, nun sprechen sie von gegenseitiger Bereicherung ihres künstlerischen Horizontes.

Die Malerin nennt einen Saal „spanischen Raum“, in dem Kunstwerke mit Bezug auf die iberische Halbinsel präsentiert werden. Die Bildhauerin nennt denselben Raum türkisch, weil es Skulpturen mit Inspirationen dieses Landes zu erkunden gilt.

Gudrun Otto wandelte auch auf Spuren von Caspar David Friedrich im ehemaligen Zisterzienserkloster Eldena bei Greifswald und hielt mit den Ruinen längst vergangene Atmosphäre fest.

In einem dritten Themenkomplex stellt die Malerin Bilder ihrer Lausitz vor. Ins Auge fallen mehrere Bilder, die die Farben des Dubringer Moores eingefangen haben. Im Museumsshop ist ein Postkartensatz ihrer bekannten Kranichbilder erhältlich. Immer wieder atmen ihre Bilder auch den Zauber von Blumen aus ihrem Garten bei Wittichenau. Ein Pfau beeindruckt ähnlich schön.

Steine sprechen zu lassen, ist die große Kunst, die Cvetanka Kirilova Schnorrbusch beherrscht. Ihre Werke zeigen Gesichter noch unbekannter Märchenfiguren, arabische Wüstensöhne und von der Zeit vergessene Menschen. Sandstein, Serpentin und Alabaster sind sie entlockt.

Die Künstlerin lebt seit 1983 in Deutschland und ist in der Dresdener Szene beheimatet. In ihrem Haus in Leppersdorf hat sie auch ihr Atelier. Seit drei Jahren gibt es Kontakte in die Lessingstadt. In einem Gespräch betonte sie kürzlich, dass sie sehr froh sei, in Kamenz auszustelle, denn: „Hier in der Lausitz laufen die Dinge etwas herzlicher.“

Die Museumspädagogen bieten ein vielseitiges Programm mit unterschiedliche Entdeckungstouren für Kitas, Kunstinspektionen für Grundschulen und Bildhauerkurse für Oberschüler und Gymnasiasten an.

Zur Vernissage am Freitag, 9. März, 19 Uhr werden auch viele Hoyerswerdaer erwartet. Gudrun Otto hat Anfragen aus ihrem großen Freundeskreis bekommen. Sie gehört seit vielen Jahren zum Hoyerswerdaer Kunstverein/Freundeskreis der Künste und Literatur, der für eine breit gefächerte Künstlerfreundschaften bekannt ist. Die Laudatio für beide Künstlerinnen wird Vereinsvorsitzender Martin Schmidt halten. Er freue sich auf gute und anregende Gespräche, zu denen die Werke der beiden Ausstellerinnen vielerlei Anlass geben.