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Sprache und Biologie

Leben für alle! Das ist die eigentliche Grundlage jeder Gesellschaft und jeder Politik! Also: Leben für alle Syrer und Afghanen und Iraker, für alle Christen, Muslime und Atheisten! Wohlstand für alle! Ja, aber da muss ich präzisieren. Denn unser deutscher Wohlstand für alle Menschen dieser Erde geht nur, wenn wir teilen und teilen und teilen! Ehe für alle! Das ist eine schöne Forderung in einer Zeit, wo es immer weniger Ehen gibt und die Single-Haushalte zunehmen.

Aber sollen, wollen und können wirklich alle eine Ehe schließen? Also, da muss man erst recht präzisieren und unterscheiden! Freilich weiß ich, dass mit diesem Politiker-Schlagwort ‚Ehe für alle‘ gemeint ist, dass auch homosexuelle Menschen heiraten können. Und es ist rein juristisch gesehen längst überfällig, dass der Bundestag diese Diskriminierung beendet hat. Aber sprachlich und sachlich ist dieses Schlagwort falsch und hat schon für manche Verwirrung gesorgt. Denn erstens sollte man nicht für alle etwas fordern, was gar nicht alle wollen oder können! Und zweitens fehlt in vielen Diskussionen darüber die Biologie, also die schöpfungsmäßige Entstehung von Leben. Bisher bedeutete der Begriff ‚Ehe‘ die Lebensgemeinschaft von Frau und Mann, wozu natürlicherweise die Zeugung von Kindern gehört. Das ist die Voraussetzung für den Fortbestand der Menschheit und kein veraltetes Familienmodell, auch wenn zunehmend Ausnahmen gewählt werden. Wenn daneben bei aller juristischen und familiären Gleichstellung homosexuelle Menschen eine ‚eingetragene Lebenspartnerschaft‘ beschließen, ist dieser Begriff sicher nicht schön und vielleicht findet einer einen besseren. Aber für den Rahmen der Entstehung von Leben sollte der Begriff ‚Ehe‘ reserviert bleiben. In beiden Fällen kann eine Familie entstehen - durch Adoption oder Zeugung.

Sicher hinkt der Vergleich: Wenn homosexuelle Menschen unbedingt eine Ehe wollen, erinnere ich mich immer an Vegetarier die unbedingt eine ‚vegetarische Wurst‘ essen wollen. Homosexuelle Partner können und müssen doch dazu stehen, dass sie keine Kinder zeugen können. Das ist die Realität, die ihren Platz in Gottes Schöpfung hat. Gott, die väterliche und mütterliche Lebenskraft erzeugt kein gleiches, aber ein gleichwertiges Leben für alle!