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| 17:41 Uhr

Fussball
Trauer um Ernst Schade

Mit den E-Junioren vom FSV Hoyerswerda wurde Ernst Schade (r.) im Jahr 1995 Sachsens Vizemeister, links Co-Trainer Roland Mark.
Mit den E-Junioren vom FSV Hoyerswerda wurde Ernst Schade (r.) im Jahr 1995 Sachsens Vizemeister, links Co-Trainer Roland Mark. FOTO: Ronny Klein
Hoyerswerda. Der Ex-Spieler und Trainer ist im Alter von 85 Jahren in Hoyerswerda gestorben. Von Ronny Klein

Er war schon im gestandenen Fußballalter von 23 Jahren, als der Weg von Ernst Schade in die Lausitz führte. Im November 1956 erlag er dem Lockruf von Günter Schölzel, dem neuen Trainer von Aktivist Schwarze Pumpe. Erst wenige Monate zuvor war der Verein parallel zum Aufbau des Großkombinates gegründet worden. Da hatte der gelernte Schlosser Schade noch bei Chemie Wolfen gespielt.

„Ich kam in Spreetal im Wohnlager nahe des späteren Stadions unter. Aber ich war Junggeselle, da brauchte man keinen Luxus“, erinnerte er sich später. Auf dem Platz waren Schades Qualitäten gefragt als Ballverteiler und Aufräumer im rechten Mittelfeld. „Ich hatte ja einen strammen Schuss, sollte zurückprallende Bälle versenken, was mir auch mehrfach gelang.“ So wie am 8. November 1959, als der Mittelfeldmann mit einer Granate aus dem Hinterhalt den wichtigen Anschlusstreffer bei Fortschritt Cottbus erzielte. Es war der Tag, als Schade mit Pumpe zum zweiten Mal aufstieg – diesmal in die 2. DDR-Liga.

Gemeinsam mit seinem Bruder Heinz (1931-97), ein angesehener Schiedsrichter, gehörte Ernst Schade schon bald zu den wichtigen Männern im Verein, stand fortan als Trainer auf dem Platz. Reserveteam, Junioren, Jugend. Und im Sommer des Jahres 1970 wurde er sogar zum neuen Chef der Sektion Fußball. Für immerhin neun Jahre. So lange wie keiner vor und keiner nach ihm.

Es war eine gute Ära, in der Pumpe sich in der zweithöchsten Spielklasse festbiss, immer wieder starke Talente hervorbrachte. Wofür auch Ernst Schade selbst sorgte. 1995, nunmehr beim FSV Hoyerswerda, wurde er mit den E-Junioren zweitbeste Mannschaft Sachsens. Ein Jahr darauf wurde er zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Vor wenigen Tagen, im hohen Alter von 85 Jahren, ist Ernst Schade für immer eingeschlafen. Seine Verdienste bleiben unvergessen.

Im Gründungsjahr des Vereins wechselte Ernst Schade 1956 zu Aktivist Schwarze Pumpe.
Im Gründungsjahr des Vereins wechselte Ernst Schade 1956 zu Aktivist Schwarze Pumpe. FOTO: Pumpe-Buch/Klein