| 18:26 Uhr

Handball Sachsenliga
Torhüter Michel entnervt die LHV-Handballer

Alexander Canbek versucht sich hier gegen die Görlitzer Abwehr zu behaupten.
Alexander Canbek versucht sich hier gegen die Görlitzer Abwehr zu behaupten. FOTO: Werner Müller / Müller Werner
Handball Sachsenliga. Das Hoyerswerdaer Team scheitert beim 19:26 gegen Görlitz in eigener Halle vor allem am überragenden gegnerischen Schlussmann.  Von Conni Böhme

LHV Hoyerswerda - Koweg Görlitz 19:26 (8:13) Die Spielzeit war schon abgelaufen, als die LHV-Handballer ihren zehten Siebenmeter des Spiels auf das Gehäuse des Gästekeepers Erik Michel warfen. Und es war ein Sinnbild dieses Spiels, dass der starke Mann zwischen den Pfosten das fünfte Mal vom Punkt der Sieger blieb. Er hatte einen sehr großen Anteil daran, dass die Neiße-Städter am Samstag verdient als Gewinner vom Feld gingen und den Zuse-Städtern die zweite Heimniederlage beibrachten.

Die Zuschauer sahen diesmal wieder das andere Gesicht der jungen LHV-Mannschaft. Es scheint fast so, als ob die Männer zu Hause absolut gehemmt agieren – ohne Mut und mit viel Angst. „Es ist für uns schon absolut ärgerlich, wie wir uns heute präsentiert haben. Es gelingt uns gerade bei Heimspielen nicht, unsere Leistung aus dem Training auch auf die Platte zu bringen“, so die sichtlich bedienten Trainer Conni Böhme und Torsten Tschierske nach dem Spiel.

Dabei begann die Begegnung zunächst auf Augenhöhe. Vor allem über den Kreis gelang es durch dynamische Angriffsbewegungen, Lücken für Ronny Eckert zu schaffen. Dieser konnte immer wieder nur auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden. Bis zum 2:3 waren diese auch noch sichere LHV-Tore. Danach versagten aber zweimal Alexander Canbek, Tobias Sieber und Ronny Eckert die Nerven vom Punkt. Die Görlitzer nutzten dies, um sich mit fünf Treffern (8:13) zum Seitenwechsel abzusetzen.

Alle hofften nun auf eine Initialzündung im zweiten Spielabschnitt. Doch diese blieb aus. Der LHV-Angriff agierte vor der Görlitzer Abwehr weiter wie das Kaninchen vor der Schlange. Keiner übernahm die Verantwortung und man rannte sich immer wieder in der kompakten Defensive fest. Gerade aus dem Rückraum war die Torgefahr viel zu gering. Wie es geht, zeigte Leon Burmeister mit seinen Treffern zum 12:18 und 13:18.

Doch weiter heran kam die LHV-Mannschaft nicht, da gerade auch nach Ballgewinnen im Umschaltspiel viel zu viele Fehler gemacht wurden. Und hatte man dann mal den richtigen Pass zum freien Mann gespielt, stand da wieder Erik Michel im Gehäuse, der noch viele freie Würfe der Lausitzer entschärfte und so maßgeblich für den 19:26-Endstand sorgte. „Mit so einer Chancenauswertung wie heute kannst du im Männerhandball keine Spiele gewinnen. Da brauchen wir uns über Abwehr- und Angriffsysteme keine Gedanken zu machen“, so das LHV-Trainer-Duo.

Aber es hatte dann auch noch versöhnliche Worte für ihr Team: „Wir wussten, dass es mit unserem extrem jungen Team eine schwere Saison wird und der Klassenerhalt im Vordergrund steht. Wir machen da auch jetzt kein Druck und gehen unseren Weg weiter. Die Jungs müssen gerade in Heimspiel einfach mehr ihren Kopf frei bekommen und sich auf ihre Stärke verlassen, daran werden wir arbeiten.“ Schon am nächsten Sonntag steht das nächste Ostsachsenderby auf dem Spielplan, dann in Bautzen gegen den HVO Cunewalde/Sohland.

Der LHV Hoyerswerda spielte mit: Max Kastner, Henry Schacht – Ben Krahl, Nils Nitzsche, Dario Feuerriegel (1), Tobias Sieber (4/1), Christian Herzer, Lukas Seifert, Tony Jäschke, Ronny Eckert (4/2), Leon Burmeister (3), Fabian Knofe (1), Alexander Canbek (6/2), Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Torsten Tschierske, Christian Bartoszek