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| 16:36 Uhr

Handball
LHV-Keeper wird zum Torjäger

Max Kastner vom 
LHV Hoyerswerda
Max Kastner vom LHV Hoyerswerda FOTO: Werner Müller
Hoyerswerda. Beim 29:24-Auswärtssieg der Hoyerswerdaer Handballer in Döbeln trifft auch Schlussmann Kastner.

Standesgemäß haben die Sachsenliga-Handballer des LHV Hoyerswerda am Sonntagabend bei der HSG Neudorf/Döbeln mit 29:24 (15:12) gewonnen. Das Spiel erlebte dabei seinen Höhepunkt, als schon alles entschieden war. Verantwortlich dafür war LHV-Schlussmann Max Kastner, der sich selbst in die Torschützenliste eintrug und für den letzten Treffer des Abends sorgte.

Von der Papierform her waren die Lausitzer in Döbeln die Favoriten, standen die Einheimischen doch mit erst einem Punkt am unteren Ende der Tabelle. Doch dieser Stand ist etwas trügerisch, wurde dieser eine Punkt doch im bisher einzigen Heimspiel gewonnen. Durch Baumaßnahmen in der Döbelner Stadtsporthalle mussten die ersten vier Saisonspiele alle auf fremden Parkett ausgetragen werden. Und hier waren sie in Görlitz und in Glauchau lange gleichwertig. Die Hoyerswerdaer waren also gewarnt, dass hier keineswegs ein leichter Kontrahent als Gegner auf dem Feld stand.

Bei den Hoyerswerdaern konnte nach seiner Verletzung auch erstmals wieder Spielmacher Tobias Sieber mitwirken, nicht einsatzfähig waren auf Grund von Krankheit und Verletzung allerdings Leon Burmeister, Tony Jäschke und Christian Herzer. Den Torreigen zum 0:1 eröffnete Florian Arend, der seine besten 20 Minuten im Dress des LHV zeigte. Immer wieder gelang es ihm, gefährlich aus dem Rückraum zu werfen oder im entscheidenden Moment ins Eins gegen Eins zu gehen, so auch bei seinem Treffer zum 2:4 und 3:5. Durch eine Zeitstrafe für die Zuse-Städter konnten die Döbelner den Ausgleich zum 5:5 erzielen. Beim 7:6 lagen sie dann auch durch ihren besten Werfer mit einem Treffer in Führung.

Die LHVer blieben aber erstaunlich ruhig für ihr junges Alter. Sie spielten weiter diszipliniert die Vorgaben des Trainer-Duos herunter und waren dadurch auch erfolgreich. Drei Treffer in Folge gelangen zur wiedererlangten Zwei-Tore Führung (7:9) in der 18. Spielminute.

Allerdings ließen sich die Gastgeber noch nicht abschütteln. Vor allem durch ihre körperlich robuste Abwehr machten sie es den LHVern schwer, ans Tor zu kommen. Beim 10:10 war der Ausgleich wieder hergestellt, allerdings gestatteten die Lausitzer nicht noch einmal eine Führung. Dario Feuerriegel nutzte seine tolle Sprungkraft aus und erzielte zwei schöne Treffer aus dem Rückraum zur 11:13-Führung. Zehn Sekunden vor dem Seitenwechsel hatten die Döbelner die Chance, durch einen 7-Meter auf ein Tor zu verkürzen. Der Sieger hieß aber Henry Schacht im Gehäuse, der den Ball abwehren konnte und die LHV-Bank nahm sofort ihre Auszeit. Der abgesprochene Spielzug klappte wie am Schnürchen und Sekunden vor der Pausensirene schlug der Wurf von Tobias Sieber wie ein Strich zum 12:15-Halbzeitstand im Döbelner Gehäuse ein.

Die Entscheidung war dieser Stand natürlich nicht. Es hieß, weiter das Tempo hoch zu halten, um die Einheimischen gerade hinten heraus an ihre Grenzen zu bringen. Dieses Vorhaben sollte sehr gut klappen, zunächst waren aber die Döbelner beim 18:18 wieder im Spiel und LHV-Trainer Conni Böhme bat zur Auszeit, um seine Mannen auf die jetzt praktizierte 5:1-Abwehr der Gastgeber neu zu ordnen. Tobias Sieber machte genau das, was der Coach von ihm verlangte, und der LHV war wieder 18:20 in Front. Bis zum 21:22 gelang es aber zunächst nicht, sich weiter abzusetzen.

Einen Joker hatten die LHVer aber noch im Ärmel. Im LHV-Gehäuse wurde jetzt Max Kastner eingewechselt und der zeigte mit dem ersten Wurf der Döbelner, dass er extrem motiviert war. Er vernagelte nun sein Tor regelgerecht und im Angriff lief der LHV-Express nun auf Hochtouren.

Knofe, Krahl, Canbek, Nitzsche, Feuerriegel und wieder Krahl trafen und auf der Anzeigetafel leuchtete ein 21:28 zwei Spielminuten vor dem Ende. Dies war natürlich die Entscheidung, aber der LHV-Keeper hatte noch nicht genug. Wie sein Kollege konnte auch Max Kastner einen Strafwurf parieren, und als die Döbelner in eine Art Manndeckung gingen, schmeckten ihm die drei Gegentore zum 24:28 gar nicht. Wenn die Spieler vorne nicht treffen, was macht dann ein LHV-Keeper? Er geht einfach mal selbst mit in den Angriff. Die Gastgeber ließen ihn dabei gewähren und so schlug sein Wurf aus dem Rückraum in der linken oberen Ecke des Gehäuses zum 24:29-Endstand ein. Dies war der krönende Abschluss einer guten Leistung der LHV-Spieler gegen einen keineswegs schwachen Gegner. Das taktische Konzept wurde über weite Strecken des Spieles umgesetzt, wodurch der Sieg letztendlich verdient war. Nun haben die Hoyerswerdaer Männer ein Wochenende frei, bevor es am 10. November zum Auswärtsspiel nach Zwönitz geht.

Der LHV spielte mit: Henry Schacht, Max Kastner (1) – Ben Krahl (7/6), Nils Nitzsche (2), Dario Feuerriegel (4), Tobias Sieber (4), Lukas Seifert (2), Ronny Eckert (1/1), Florian Arend (6), Fabian Knofe (1), Alexander Canbek (1), Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Torsten Tschierske, Christian Bartoszek, Leon Burmeister