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Handball
LHV fordert dem Tabellenführer alles ab

Aue. Der EHV Aue II bzwingt in der Handball-Sachsenliga einen gut mitspielenden LHV Hoyerswerda mit 34:28 (18:13). Von Conni Böhme

Gehörigen Respekt schienen die Gastgeber vom EHV Aue II vor den Gästen aus Hoyerswerda zu haben, was sie veranlasste, gleich vier Spieler ihres Zweitbundesligakaders mit ins Rennen zu schicken. Die schon im Vorfeld angesprochene schwierige Aufgabe wurde dadurch natürlich noch etwas schwieriger, dazu kam die kleine und enge Halle, in der das Punktspiel ausgetragen wurde.

Bis zum 3:2 konnten die Gäste die Begegnung zunächst offen gestalten, wobei das Spiel hier EHV Aue gegen Tobias Sieber hieß. Der Hoyerswerdaer Spielmacher zerrte an allen Ketten und war im Angriff zunächst der einzige, der eine wirkliche Torgefahr darstellte. Seine Mitspieler schienen zunächst ein wenig wie gelähmt und fanden sich mit den Bedingungen noch nicht zurecht. Neben Tobias Sieber, der zum Spielbeginn zwei schöne Tore erzielte, traf auch Ben Krahl zweimal zum zwischenzeitlichen 7:4.

Danach kam es aber zu einigen Abstimmungsschwierigkeiten bei den Zuse-Städtern in Angriff und Abwehr, was die Auer zu relativ leichten Toren nutzen konnten. Mit einem 6:0-Lauf konnten sie sich auf 13:4 absetzen. Drohte hier ein kleines Debakel für die junge Hoyerswerdaer Mannschaft?

Mitnichten, denn wenn das Team zuletzt eines gezeigt hat, dann das es sich auch durch Rückstände nicht entmutigen lässt und weiter kämpft. Nach einer Auszeit von Trainer Conni Böhme stabilisierte sich nun auch die Abwehr etwas und im Angriff wurde auch endlich mehr Druck von den anderen Positionen erzeugt. Der Rückstand konnte so bis zum Seitenwechsel auf 18:13 verkürzt werden.

Der zweite Spielabschnitt begann und die LHVer kamen mit neuem Elan aus der Pause. Gleich konnte ein Ball in der Abwehr abgefangen werden, der dann aber leider im Konter nur den Pfosten traf. Statt dem Anschluss auf vier Treffer gab es im Gegenzug das Tor zum 19:13. Vor allem die Treffer ihrer Bundesligakader Pascal Eberth und Simeon Fischer brachten die Gastgeber dann wieder 24:15 in Führung. Beim 28:18 betrug die Differenz dann zehn Treffer, bevor die Auer dann unverständlicher Weise eine enorme Härte in die Begegnung brachten. Folgerichtig gab es nach einem Schlag in den Magen dann auch die rote Karte für die Gastgeber, was bei diesem Spielstand mehr als unsportlich anzusehen ist.

Bei den LHVern ging nun eine „Jetzt-erst-recht” Mentalität durch die Reihen. Es gelang den Abstand immer weiter abzuknabbern (29:21), bevor dann auch noch Ronny Eckert vom gegnerischen Keeper aus dem Spiel gebracht wurde, in dem er mit den Beinen voran in den Hoyerswerdaer sprang. Leider sahen die Schiedsrichter diese Szene nicht ganz genau, so dass die rote, vielleicht sogar blaue Karte ausblieb. Der LHV-Kapitän wurde gleich in die Kabine gebracht und unterzog sich im Hoyerswerdaer Krankenhaus nach der Rückkehr gleich einer Untersuchung. Zum Glück ist nichts gebrochen, aber Sympathien haben sich die Erzgebirgler mit ihrer Spielweise keine gemacht, auch nicht beim LHV-Trainer Böhme: „Für mich ist es absolut unverständlich, wie man bei einer so hohen Führung mit solch unsportlichen Szenen auftreten kann. Da bleibt bei mir ein bitterer Beigeschmack.”

Was man den Hoyerswerdaern aber zugute halten muss, ist, dass sie sich auch durch diese Spielweise der Gastgeber nicht aus der Fassung bringen ließen. Vor allem Geburtstagskind Leon Burmeister war es, der zum Ende des Spieles immer wieder einnetzen konnte, wobei er den Gästekeeper mit Würfen durch die Beine narrte. Über 32:25 konnte der Abstand so bis zum Schlusspfiff auf 34:28 verkürzt werden.

LHV spielte mit: Max Kastner, Henry Schacht – Ben Krahl (5), Nils Nitzsche, Tim Röseler, Tobias Sieber (6/2), Christian Herzer (5), Lukas Seifert (2), Tony Jäschke, Ronny Eckert (2), Leon Burmeister (4), Fabian Knofe, Alexander Canbek (4), Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Christian Bartoszek, Dario Feuerriegel