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Kanurennsport
Kanuten schwitzen vor dem Saisonstart

Die Kanu-Kids aus Lohsa am Bootshaus am Dreiweiberner See: Florian Böttger, Co- Trainerin Diana Polpitz, Kyra Walde, Jan Luca Lenbach, Cedric-Max Philipp und Trainer Marcel Fechner (v.l.)
Die Kanu-Kids aus Lohsa am Bootshaus am Dreiweiberner See: Florian Böttger, Co- Trainerin Diana Polpitz, Kyra Walde, Jan Luca Lenbach, Cedric-Max Philipp und Trainer Marcel Fechner (v.l.) FOTO: Werner Müller
Lohsa. Im neuen Domizil am Dreiweiberner See schaffen die Sportler gegenwärtig die Grundlagen für den Sommer.  Von Werner Müller

Neues Domizil, jetzt auch noch eine neue Traimingsgruppe. Die Kanuten des WSV Knappensee schwitzen derzeit vor allem im Kraftraum, um sich auf die neue Saison vorzubereiten. Darunter sind auch Lohsaer und Weißkollmer Kinder, die sich neu für diese Sportart begeistern.

Trainer Marcel Fechner (37) war einst selbst bei den Kanuten vom WSV Knappensee aktiv. Zahlreiche Pokale und Urkunden erzählen seine Erfolgsgeschichte. Er wurde mehrfacher Sachsenmeister, einmal Ostdeutscher Meister und nahm erfolgreich an der deutschen Meisterschaft des Kanusports teil. Zwischenzeitlich hat er sich in den letzten Jahren versucht beim Inlineskaten, Wildwasserkanu, Marathon und Ultramarathon sowie Drachenbootrennen. Nach dem Neubau des Vereinshauses am Dreiweiberner See zog es ihn komplett zurück zu den Wassersportlern.

Gemeinsam mit Diana Polpritz trainieren die Kinder Dienstag und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr am Bootshaus am Dreiweiberner See. Ziel sei es, die neue Gruppe dauerhaft für Kanurennsport zu begeistern, so der Übungsleiter.

Vor wenigen Tagen waren die Kinder der Trainingsgruppe zum Athletiktest in Dresden. Bankziehen, Bankdrücken, Liegestütze und 800m-Lauf sowie 30 Meter Sprint mussten absolviert werden. Kyra Walde war bei den Mädchen die Beste und erkämpfte sich ingesamt den fünften Platz. Auch die Jungs kamen alle unter die Top-Ten. „Ich denke, da ist ganz ordentliches Potential vorhanden für die kurze Zeit, die sie im Training stehen. So können wir auf die ersten Erfolge im Sommer hoffen“, erklärt Marcel Fechner. Wenn es das Wetter zulasse, dann erfolgt am Dreiweiberner See Ende April das Anpaddeln.

Mit der Bergbausanierung des Knappensee musste eine neue Trainingsstätte gefunden werden. Zum 1. Januar 2016 wurde zudem das Bootshausgelände komplett gesperrt. Die Sanierung des Knappensees soll mindestens bis 2022 dauern. Am Blauen Wunder am Dreiweiberner See sind die Kanuten jetzt heimisch geworden.

In den Neunziger Jahren und um die Jahrtausendwende erlebte der Verein seine Blütezeit, zählte rund 200 Mitglieder. Höhepunkte waren die jährlichen internationalen Regatten, die sächsischen Kanu-Landesmeisterschaften sowie die Promiregatten mit Firmen der Region. Auf Grund zahlreicher Probleme, sinkender Mitgliederzahlen und Schulden des Vereins war dann im Jahr 2008 die einzige Rettung die Fusion mit dem WSV am Blauen Wunder Dresden.

Inzwischen wurde mit Hilfe zahlreicher Partner des Landessportbundes sowie aus Politik und Wirtschaft ein neues Gelände gefunden und ein neues Bootshaus am Dreiweiberner See mit großzügiger Unterstützung vom Land Sachsen und Landkreis Bautzen sowie der Sportförderung des Landessportbundes und namhafter Sponsoren gebaut. Am 8. April 2017 war es so weit, der Umzug vom Bootshaus Knappensee in das neue Bootshaus Lohsa am Dreiweiberner See wurde vollzogen.

Der Dreiweiberner See könne damit zum künftigen Mekka für Kanuten und Ruderer im Lausitzer Seenland werden, so der Bergbausanierer LMBV. Für rund 1,8 Millionen Euro hat der WSV „Am Blauen Wunder“ eine neue Heimstätte erhalten. Der weitere Ausbau der Zuwegung sowie der geplanten Regattastrecke liegen in der Eigenverantwortung des Vereins, würden Lohsa zudem ein Alleinstellungsmerkmal im Raum Ostsachsen sichern. Das Ziel, den Verein und somit auch das Einzugsgebiet Dresden trotz vorläufiger Schließung des Knappensees in der Gemeinde zu halten, sei erfüllt, sagte Lohsas Bürgermeister Thomas Leberecht im Vorfeld. Erste Kooperationsgespräche beispielsweise mit dem Sportbund Bautzen als Veranstalter des KnappenMan ließen auf eine aktive Integration der Dresdener am neuen Standort schließen.

Von einer „Investition in die Zukunft“ sprach der Bautzener Landrat Michael Harig anlässlich der Einweihung. „Hier werden nicht nur Trainingslager und Wettkämpfe ausgetragen werden. Hier werden nicht nur die Mitglieder des WSV, sondern auch Kinder der Schulen der umliegenden Orte Sport treiben können.“

Doch auch wenn den Sportlern im neuen Domizil schon eine Bootshalle, ein Krafttrainingsraum, ein Versammlungsraum sowie Übernachtungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, so sei noch einiges zu tun: eine abgesteckte Regattastrecke und ein Bootssteg fehlten noch.