| 17:52 Uhr

Handball
Hoyerswerda rutscht in Freital aus

Handball-Sachsenliga Männer. Haftmittel verboten: Die LHV-Handballer verlieren in der Sachsenliga in Freital bei der SG Kurort Hartha mit 29:32. Von Conni Böhme

(cbh) SG Kurort Hartha – LHV Hoyerswerda. Der warnende Finger war vor dem Spiel in Freital gegen die SG Kurort Hartha bei vielen oben. Die Bedingungen im Freitaler BSZ ließen erahnen, dass man kein normales Handballspiel erwarten konnte. Das vor Ort herrschende Harzverbot ist in der Sachsenliga einmalig und stellt einen nicht unerheblichen Heimvorteil für den Aufsteiger dar. Nicht umsonst gingen bislang alle Spiele sehr knapp aus oder konnten sogar gewonnen werden.

Dazu kam die dreiwöchige Spielpause der Hoyerswerdaer, die sie wieder komplett aus dem Spielrhythmus warf. Durch die nur zehn Teams in der Sachsenliga leider unausweichlich, aber für einen normalen Saisonverlauf natürlich mehr als kontraproduktiv. Nun traf es also nach der SG Leipzig/Zwenkau auch die Jungs vom LHV Hoyerswerda.

Von Beginn an liefen sie einem Rückstand hinterher. Lukas Seifert konnte zunächst in der fünften Minute zum 2:1-Anschluss treffen, allerdings landeten davor schon einige Würfe über dem Gehäuse vom Harthaer Schlussmann. In der Abwehr fanden die Hoyerswerdaer diesmal allerdings auch nicht zu ihrer gewohnten Stärke. In ihren offensiven Varianten waren sie vor allem im Kopf öfter einen Schritt zu spät, was die Gastgeber zu Beginn vor allem über ihren starken Rückraum nutzen konnten. So bauten sie die Führung auf 6:3 aus. Die Abwehr wurde nun noch offensiver eingestellt und die Haupttorschützen mit einer Manndeckung bedacht. Das Konzept zeigte sofort Früchte und es konnten leichte Ballgewinne erzielt werden. 40 Sekunden vor der Halbzeitsirene war der 14:13-Anschluss durch Ronny Eckert wieder hergestellt. Er musste ganz schön einstecken am Kreis, so dass es im gesamten Spiel auch zehn Siebenmeter für die LHVer gab. Warum es aber nur zwei Zeitstrafen dazu gab, bleibt zu hinterfragen. Die Schiedsrichter hatten leider auf Hoyerswerdaer Seite ein sehr unglückliches Händchen, was sich im zweiten Spielabschnitt allerdings noch verstärkte.

Auch dadurch taten sich die Hoyerswerdaer weiter schwer im eigenen Spielaufbau. Vor allem Alexander Canbek war es, der im Angriff an den Ketten zerrte und immer wieder für Torgefahr sorgte. Er war mit 14 Treffern auch der erfolgreichste Werfer auf Seiten der Grün-Weißen. Mit seinem Treffer zum 25:24 stellte er in der 48. Spielminute wieder den Anschluss her. Der Genickschlag kam dann in der 56. Minute, als Kapitän Ronny Eckert seine dritte Zeitstrafe und die rote Karte erhielt. Leider wieder eine mehr als unglückliche Entscheidung, die man so hätte nicht treffen müssen. Beim Stand von 30:27 war dies dann die Entscheidung im Spiel, da dem Kapitän, der seinen Unmut über die Ungleichbehandlung nun auch Luft machte, noch eine Zeitstrafe aufgedrückt wurde.

Zwar versuchten die Hoyerswerdaer noch einmal alles am Schluss und konnten auch noch einmal in Unterzahl auf 31:29 verkürzen, am 32:29-Endstand änderte dies leider auch nichts mehr. Die Enttäuschung, aber auch der Zorn war auf den Seiten der Gäste natürlich groß. Nur heißt es jetzt, nicht den Kopf in den Sand zu stecken, denn unter den beschriebenen Umständen hat man noch versucht, das Beste daraus zu machen. Und in den restlichen Saisonspielen ist auch wieder normaler Handballsport mit Haftmittel erlaubt, so dass man auch ein normales Handballspiel erwarten kann.

Der LHV Hoyerswerda spielte mit: Max Kastner, Henry Schacht – Ben Krahl (2), Nils Nitzsche, Tim Röseler, Tobias Sieber (4), Christian Herzer, Lukas Seifert (5), Tony Jäschke, Ronny Eckert (3), Leon Burmeister (1), Fabian Knofe, Alexander Canbek (14/9), Trainer/Betreuer: Conni Böhme, Christian Bartoszek, Dario Feuerrigel