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| 17:22 Uhr

Leichtathletik
Den Weltrekord im Sechs-Stunden-Lauf nur knapp verpasst

Die Sieger der Herrenkonkurrenz (v.l.n.r.): Hans Eichmüller (Icehouse), Christian Jakob (Schwindegg), Stefan Thomas (LG Nord Berlin), Gerrit Wegener (Laufpartner Berlin) und Robert Kubisch (Cottbus).
Die Sieger der Herrenkonkurrenz (v.l.n.r.): Hans Eichmüller (Icehouse), Christian Jakob (Schwindegg), Stefan Thomas (LG Nord Berlin), Gerrit Wegener (Laufpartner Berlin) und Robert Kubisch (Cottbus). FOTO: Manfred Grüneberg
Hoyerswerda. Die Hoyerswerdas Laufszene präsentiert sich bei den 9. VBH-Europaläufen wahrhaft meisterlich. Freizeitsportler bewältigen die Hitzeschlacht. Von Manfred Grüneberg

Dem Ehrenpräsidenten des Leichtathletik Verbandes Sachsen, Joachim Krüger, war es vorbehalten, mit dem Startschuss zur Deutschen Meisterschaft im 6h-Ultralauf eine ganz besondere Sternstunde der Leichtathletik Geschichte in Hoyerswerda einzuläuten. Aus ganz Deutschland waren die 114 Ultraläufer angereist, um die 925 Meter Runde um das Lausitzbad zu malträtieren. Würde der Rundkurs ausreichend Platz für ein derartiges Teilnehmerfeld bieten? Das war eine lange offene Frage der Organisatoren des Laufreff Lausitz. Sie wurde mit herausragenden Leistungen in allen Wettkämpfen bestens beantwortet.

Mit starken 5,549 km hatten die Sieger des Barmer-24min-Lausitzbad-RUN Markus Sobotta sowie Silvia Scheibe 4,887 km richtig vorgelegt. Auch die besten Kinder, Niklas Scheibe 5,125 km und Jasmin Leh 4,141 km, standen den Großen um nichts nach. Ganze 84 Jahre lagen zwischen dem jüngsten Nico Kutscher 2,80 km und dem kürzlich 90-Jahre–Jubilar Karl-Heinz Noack 2,538 km. Der hatte so viel Freude an dem Event, dass er noch eine ganze Zeit die Ultraläufer auf ihren schier endlosen Rundenrennen mit seinem Mundharmonikaspiel beeindruckte.

Mit 35 Grad fand die Hitzeschlacht um die Mittagszeit ihren Höhepunkt und nicht nur zwischen den späteren Siegern Gerrit Wegener 76,922 km und Nele Alder-Baerens 78,927 km waren die Positionskämpfe längst entbrannt. Auf der digitalen Großbildanzeige im Start-Ziel-Bereich konnte jeder seinen Kilometerstand verfolgen. Auf der rund 60 Meter Eventfläche vor dem Lausitzbad reihten sich die Versorgungsstände für die nach Wasser und isotonischen Getränken Lechzenden an. Die nachfolgende feine Wasserdusche wurde bei diesen Extremtemperaturen immer mehr zum Streckenhighlight.

Sicher war dies auch der entscheidende Grund, dass Nele Alder-Baerens ihren angekündigten Weltrekordversuch um 2,969 km nur knapp verfehlte. Die Lokalmatadoren Bernd Schwiebs (3. Platz M60, 61,453 km), Bodo Kirsch (9. Platz M55, 46,264 km), Klaus Groß (11. Platz M55, 43,975 km) sowie Ina Heller (2. Platz W50, 60,205 km) hatten sich prächtig in diesem erlesenen Starterfeld geschlagen.

Wie von Zauberhand geführt prasselte erst nach der Beendigung des 6h-Rennens und der notwendigen Restmetervermessung ein Starkregen hernieder. Während die Laufhelden nach getaner Arbeit in das Lausitzbad flüchteten, die Organisatoren mit dem Schutz des Equipment beschäftigt waren, drehten die Ultraläufer über 12 h und 24 h wenig beeindruckt ihre Runden weiter. Die Siegerpokale des 12h-Ultralaufes gingen um 23 Uhr an Antje Wenzel 73,075 km und Andreas Veit 71,225 km. Durch die Schwüle der Nacht kämpften sich ab 0.00 Uhr die Marathonis. Begleitet vom vielfältigen Froschkonzert lief das Ehepaar Heiko (4:13 h) und Susanne Franke (5:03 h) auf das oberste Siegerpodest. Für Hoyerswerda waren Antje Kruse (5:38 h) sowie die LTL–Behindertensportler David Habeck (8:42 h) und Rainer Schlachte (10:35 h) über die 42,195 km erfolgreich.

Das letzte Rennen wurde am Sonntag um 8 Uhr mit dem Halbmarathon gestartet. Der Hoyerswerdaer Mike Lange siegte über die 21,1 km in 1:45 h. Schnellste Frau war Gerda Pietrucha 2:15 h. Kurze Zeit später nahte dann auch endlich das ersehnte Ziel – Finale im Tag- nd Nachtrennen über 24h. Beeindruckender Sieger wurde der Behindertensportler Harald Lange mit 180,375 km vom HSC Erfurt/Spiridon Frankfurt a. Main sowie Elisabeth Ploch 111 km aus Nuthetal.

Als Fazit dieser megalangen Laufveranstaltung bleibt, dass Hoyerswerda nicht nur für Deutsche Meisterschaften tauglich ist, sondern gerade im 750. Stadtjubiläum an Attraktivität zugelegt hat.

Siegerehrung der Damen beim 6h-Europalauf: Katrin Grigalat (LG Nord Berlin), Andrea Schadewell (Team Icehouse), Julia Jezek (Laufpartner Berlin), Nele Alder-Baerens (Marburg) und Anne Stephan (Laufpartner Berlin(v.l.).
Siegerehrung der Damen beim 6h-Europalauf: Katrin Grigalat (LG Nord Berlin), Andrea Schadewell (Team Icehouse), Julia Jezek (Laufpartner Berlin), Nele Alder-Baerens (Marburg) und Anne Stephan (Laufpartner Berlin(v.l.). FOTO: Manfred Grüneberg
Wolfgang Strosny belegte den ersten Platz in der M65.
Wolfgang Strosny belegte den ersten Platz in der M65. FOTO: Manfred Grüneberg