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Sport verbindet Menschen über jede Sprachbarriere hinweg

Sie vertraten Hoyerswerda im sportlichen Vergleich: Junge Männer aus dem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylbewerber und einige deutsche Teilnehmer hatten gemeinsam Spaß.
Sie vertraten Hoyerswerda im sportlichen Vergleich: Junge Männer aus dem Wohnheim für unbegleitete minderjährige Asylbewerber und einige deutsche Teilnehmer hatten gemeinsam Spaß. FOTO: cw
Hoyerswerda. Sport verbindet Menschen – über Sprachbarrieren und Kulturgrenzen hinweg. Das bewies am gestrigen Montag ein Wettkampf in der VBH-Arena in Hoyerswerda. Catrin Würz

Hier richtete der Kreissportbund Bautzen sein Integratives Sportfest im Rahmen der Interkulturellen Wochen im Landkreis aus. Etwa 30 junge Asylbewerber aus Flüchtlingseinrichtungen in Kamenz, Bautzen und Hoyerswerda standen sich am Volleyballnetz und auf dem Fußballfeld in der Sporthalle gegenüber. Beim Bälle schmettern und kicken hatten die Flüchtlinge aus Afghanistan, Syrien, Eritrea und anderen fernen Ländern sichtlich Spaß. Ihre ganz unterschiedlichen Deutschkenntnisse spielten in diesem Moment keine Rolle mehr: Jetzt zählten nur Kraft, Geschick, Ausdauer und Teamgeist - und "fair play", das ist ja klar.

"Sport ist eine der besten Möglichkeiten, um Integration greifbar zu machen. Schon, weil man für Sport nicht unbedingt die Sprache braucht", sagt Tim Döke. Der Vorsitzende der Sportjugend im Kreissportbund hat schon viele Sportfeste für Asylbewerber organisiert. Sein wichtigstes Anliegen sei es, die Kontakte zwischen allen Partnern - also den Asylbewerbern, den Wohnheimbetreibern und den hiesigen Sportvereinen - zu vermitteln. "Die Vorteile können immer auf beiden Seiten liegen. Denn unter den Flüchtlingen sind auch viele mit besonderen Talenten im Sport", sagt Tim Döke. Im Laufsport, aber auch beim Fußball gab es von Asylbewerbern schon große Achtungserfolge.

Dem Sportfest in Hoyerswerda wäre gestern auf jeden Fall eine noch viel größere Resonanz zu wünschen gewesen. "Ja, das ist schade, dass nicht mehr gekommen sind", sagt auch Pfarrer Jörg Michel. Als Mitglied des Bürgerbündnisses "Hoyerswerda hilft mit Herz" vertrat er mit seinem Sohn im Sportdress die deutsche Seite, spielte sich in der Volleyballmannschaft mit unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden aus Syrien und Eritrea die Bälle am Netz zu. Ob die etwas dürftige Resonanz an mangelndem Informationsfluss lag oder am Termin mitten in den Herbstferien, lässt sich nicht genau sagen: Unbedingt sollte es weitere solche Sportfeste geben.