Ich schreib's und im nächsten Moment beschleichen mich Zweifel, ob ich mit der Wortwahl nicht eine engagierte Frauenbeauftragte auf den Plan rufe, die ihre älteren Geschlechtsgenossinnen verteidigen will. Bereits 1989 hatte eine betagte Dame vor Gericht auf Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte geklagt - und verloren. Sie hatte sich offenbar nicht schlau gemacht und sich zu Unrecht auf den nicht vorhandenen Schlips getreten gefühlt. Ein Blick ins Lexikon hätte ihr verraten, dass der Altweibersommer nichts Frauenfeindliches ist. Mit „weiben“ wurde im Altdeutschen das Knüpfen von Spinnweben bezeichnet. Und dass Frauen spinnen, würde doch niemand zu behaupten wagen.