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Spielleute feiern mit Musikfest

Einmarsch der Ensembles in das Festzelt, vornweg die Sabrodter Schalmeien.
Einmarsch der Ensembles in das Festzelt, vornweg die Sabrodter Schalmeien. FOTO: amz
Sabrodt. Mit einer großen Musikschau ist der 50. Gründungstag der Schalmeienkapelle Sabrodt gefeiert worden. amz

Die Gastgeber hatten sich dazu drei Spielmannszüge (Bluno/Tätzschwitz/Wiednitz-Schwarzkollm) und zwei Schalmeienkapellen (Rohne/Cottbus-Lauta) eingeladen. Rund 100 Musiker sorgten im bis auf den letzten Platz besetzten Festzelt für beste Stimmung.

Präsentiert wurde ein Potpourri klassischer und moderner Stücke. Immer wieder gern gehörte Märsche fehlten ebenso wenig wie Polkas und neuere Werke, insgesamt 34 an der Zahl. Einen weiteren Höhepunkt bildeten das gemeinsame Spiel der drei Schalmeienkapellen sowie der gleichzeitige Auftritt der Tanzgruppe aus dem benachbarten Terpe.

Der Sabrodter Ortsvorsteher Siegbert Bogott sagte, dass er sich seinen Ort ohne die Schalmeien gar nicht vorstellen könne. Schließlich sorgten die Spielleute für eine Bekanntheit Sabrodts weit über dessen Grenzen hinaus. Der Elsterheider Bürgermeister Dietmar Koark ergänzte, dass das Ensemble das Gemeindeleben ungemein bereichere. Der schönste Lohn für die Musiker sei es, wenn das Festzelt förmlich aus allen Nähten platze. Und genauso war es an diesem Nachmittag.

Anlässlich des Jubiläums hatten sich die Protagonisten etwas ganz Besonderes ausgedacht: Jedes der Gastensembles erhielt eine Funkuhr mit der Gravur "50 Jahre Schalmeienkapelle Sabrodt". "Ein ganz individuelles Geschenk", kommentierte der Leiter des Jubilars, Bernd Richter. Seine Schalmeienkapelle zähle aktuell 22 Mitglieder, davon zwei unter 18 Jahre. Der jüngste Spielmann sei Moritz Dahl mit seinen zwölf Jahren, der älteste der frühere Sabrodter Ortsbürgermeister Helmut Pink mit weit über 70. Das Durchschnittsalter bewege sich bei rund 40 Jahren.

Die Geschichte der Sabrodter Schalmeienkapelle ist untrennbar mit der freiwilligen Feuerwehr des Ortes verbunden. Bis heute seien fast alle Spielleute auch Kameraden. So gut wie jeder Auftritt werde in der Feuerwehruniform bestritten, übrigens zwischen 20 und 25 pro Jahr.

Das Gründungsdatum des Klangkörpers ist der 23. November 1967. An jenem Donnerstag übernahm Erich Noack die Leitung der Schalmeien. Dank eines Startgeldes von mehr als 300 Mark vonseiten des damaligen LPG-Vorsitzenden Heinz Stein konnten die ersten Instrumente erworben werden. So ist es in der Ortschronik festgehalten.

Es dauerte nicht allzu lange, und die Sabrodter Schalmeienspieler hatten sich in der Region einen hervorragenden Ruf aufgebaut. Vor allem am Maifeiertag ging es mit den Instrumenten zu verschiedenen Veranstaltungen im damaligen Kreis Hoyerswerda. Fast Kultstatus besitzt indes die Verbindung ins Brandenburgische. So treten die Sabrodter seit nunmehr 49 Jahren bei den alljährlichen Festen der Siedlergemeinschaft Schwarze Pumpe auf.

Von Beginn an legten die Elsterheider großes Augenmerk auf die Ausbildung und Förderung ihres Nachwuchses. Einer der bekanntesten Musiker weit über die Sabrodter Grenzen hinaus ist beispielsweise Thomas Köhler, der auch in weiteren Ensembles mitwirkt. Er erlernte sein musikalisches Handwerk einst bei Hans Ulbrich. Ulbrich wiederum hatte im Jahr 1998 die Leitung an Bernd Richter übergeben. So steht anno 2018 bereits das nächste Jubiläum auf dem Plan, nämlich 20 Jahre Ensembleleiter.

Ob dieses Jubiläum dann auch gefeiert wird, ließ Bernd Richter allerdings noch offen. Für ihn sei vor allem das Gemeinschaftsgefühl in der Schalmeienkapelle wichtig. "Die Kapelle ist so gut wie alle Musiker zusammen." Zudem sei es spannend, mit teilweise sehr unterschiedlichen Menschen gemeinsam Musik zu machen.