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Sperrung nach Grundbruch bei Lohsa

Lohsa. Vor einem Rätsel stehen Experten nach dem Grundbruch, der zu Weihnachten im Kippengelände des früheren Tagebaus Lohsa nördlich von Lippen Erde auf einer Fläche von 800 mal 400 Metern hat einsinken lassen. “Es ist momentan nicht erklärbar„, sagte am Dienstag der Geotechnik-Experte Eckhard Scholz vom Bergbausanierer LMBV im Lohsaer Gemeinderat. Von Mirko Kolodziej

Vor allem im Hinblick darauf, dass das Grundwasser im betreffenden Gebiet recht tief stehe, habe ein Gutachten dieser Fläche erst 2008 eine hohe Standsicherheit bescheinigt. “Was nun hier nötig ist, wird erst nach Vorliegen aller Untersuchungsergebnisse feststehen„, erklärte Christof Voigt vom laut Sächsischer Hohlraumverordnung zuständigen Oberbergamt in Freiberg, das die LMBV als sachverständiges Unternehmen hinzugezogen hat. Den Experten zufolge könnten die Untersuchungen bis zum Ende des Jahres dauern.

Vorerst ist die gesamte ehemalige Innenkippe des Tagebaus Lohsa inklusive der Fischteiche und des Rodelbergs für die Allgemeinheit gesperrt. Nicht mehr betroffen ist der Wirtschaftsweg rund um den Dreiweiberner See. Man werde in den nächsten Tagen Warnschilder und Informationstafeln aufstellen, so Eckhard Scholz: “Komplett abriegeln können wir so ein großes Gebiet aber nicht.„ Es handelt sich um insgesamt 2200 Hektar Sperrfläche. Zum Vergleich: Nach dem Grundbruch im Oktober im Kippenbereich Spreetal/Bluno waren in Sachsen und Brandenburg rund 13 500 Hektar gesperrt worden.

Land- und Forstwirtschaft sollen innerhalb des Sperrgebietes allerdings unter Beachtung spezieller Verhaltensanforderungen möglich bleiben, so Voigt. Der Bergdirektor wies darauf hin, dass es in der Region weitere ehemalige Bergbauflächen mit denselben Verhältnissen gibt. “Das wird ein mittelfristiges Betätigungsfeld„, erklärte Eckhard Scholz im Hinblick darauf, dass die LMBV bisher vor allem Seeufer und stark vom Grundwasseranstieg betroffene Bereiche, nicht aber als sicher geltende Kippen saniert. Es dürfte hier aber wohl auch um Geld gehen. Allein die Untersuchungen zum Grundbruch bei Lippen sollen rund 75 000 Euro kosten.

Die Experten deuteten an, dass die spezielle Beschaffenheit des Sandes rund um Lohsa beim Entstehen der Rutschung eine Rolle gespielt haben könnte. Laut Christof Voigt geht es um die “Rolligkeit„ der einzelnen Körner. Sie seien hier noch etwas runder als ohnehin schon. Je weniger Kanten Sandkörner aber haben, desto höher ist die Anfälligkeit für Rutschungen.