| 02:38 Uhr

Speiseplan im Zoo Hoyerswerda

Robert König ist für die Hausesel verantwortlich. Mit Äpfeln und Möhren kann er den Tieren eine besondere Freude machen.
Robert König ist für die Hausesel verantwortlich. Mit Äpfeln und Möhren kann er den Tieren eine besondere Freude machen. FOTO: dmz1
Hoyerswerda. Die Fütterung der Zootiere in Hoyerswerda ist für viele Gäste ein besonderes Erlebnis. Der Speiseplan der Schützlinge ist für die Pfleger oft auch eine Herausforderung. Katrin Demczenko

Robert König wird von den Haus eseln im Gehege stürmisch empfangen. Denn er taucht mit Äpfeln und Möhren auf. Das Obst und Gemüse fressen sie gern, bekommen es aber eher selten. Täglich erhalten die seit Jahrhunderten an den Menschen gewöhnten Tiere Gras und Heu. Sie stammen von den afrikanischen Wildeseln ab, sind im Umgang geduldig und sozial eingestellt. Deshalb können Hausesel mit Trampeltieren auf einer Anlage gehalten werden. "Den störrischen Esel gibt es nicht", klärt Robert König auf.

Er pflegt auch die Lamas, die in Südamerika als Haus- und Lasttiere gehalten werden. Als Leckerei bekommen sie eine Mischung klein geschnittener Brokkoli- und Blumenkohlstücken mit Möhren. Die Lamas fressen aber normalerweise mehrmals am Tag Gras, Heu und Kräuter, wobei die ranghöheren Tiere der Herde das erste Recht auf die Nahrung haben. "Damit jedes Lama satt wird, verteilen wir das Futter in der Anlage an verschiedenen Stellen", versichert Robert König.

Christian Gerken ist im Vogelrevier des Hoyerswerdaer Zoos beschäftigt. Die Rosapelikane füttert er mit heimischen Fischen, etwa Rotaugen. Die Vögel, die in Südosteuropa, Asien und Südafrika in Gruppen leben, bevorzugen naturgemäß fette Fische mit einem Lebendgewicht von etwa 300 Gramm. Drei der Flossentiere decken den Tagesbedarf an Futter. Ob Männlein oder Weiblein vor dem Experten steht, ist übrigens sicher nur im Labor festzustellen. Zur Feststellung des Geschlechts müssen ausgezupfte Federn der Pelikane untersucht werden, erklärt der Zootierpfleger.

Christian Gerken liebt es auch, die Humboldt-Pinguine zu beköstigen. Sie leben in freier Natur im kalten Wasser des Humboldt-Stromes vor der südamerikanischen Küste. Dort fressen sie am liebsten Tintenfische, nach denen sie bis zu 50 Meter tief tauchen müssen. Nur drei bis fünf Minuten darf das dauern, dann braucht der Pinguin wieder Atemluft, erklärt der Tierpfleger. Im heimischen Zoo bekommen die Tiere täglich Heringe. Denn die gelten im Fischvergleich zum gering schadstoffbelasteten Fang.