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Spaß auf imaginärem Laufsteg

Ingeborg Miesner ist mit 83 Jahren die Älteste der Model-Gruppe.
Ingeborg Miesner ist mit 83 Jahren die Älteste der Model-Gruppe. FOTO: H. Hirschfeld/hir1
Schwarzkollm. Mehr als 30 Frauen haben während ihres jüngsten Seniorennachmittags – er findet einmal monatlich statt – im Frentzelhaus Schwarzkollm eine Frühlingsmodenschau erlebt. Das Besondere: Die vier Models kamen aus ihren eigenen Reihen. Heinz Hirschfeld / hir1

Die 69-jährige Rosi Domann ist das erste Mal dabei. Sie ist nicht aufgeregt. "Ich kenne ja alle hier im Raum", sagt sie. Da sie selbst auch sehr modebewusst sei, mache ihr die Präsentation Spaß. Sie sagt: "Nächstes Mal bin ich wieder dabei".

Ingeborg Miesner ist 83 Jahre alt und seit 2013 immer dabei, wenn es im Frühjahr und im Herbst heißt, Model im Frentzelhaus zu sein. Sie hat fast 30 Jahre lang die ehemalige meteorologische Wetterstation des Dorfes betreut.

Durch ständige Zusammenarbeit mit der freiwilligen Feuerwehr und anderen Institutionen hat sie sich große Achtung und Beliebtheit erworben.

Sie mischt hier im Frentzelhaus gern mit. "Hier treffen sich viele Damen meines Alters. Da tauschen wir uns natürlich aus. Früher hat man seine Bekannten oft beim Einkaufen getroffen. Es gab immer viel zu erzählen. Diese Art fehlt uns allen sehr."

Lilo Becker ist die Dritte im Bunde. Die 80-jährige ist im Dorf bekannt - noch von ihrer Arbeit in der Gastronomie und vom Orgelspiel in der Kirche. Um noch etwas aktiv zu sein und für ihre Bekannten etwas zu tun, nutzt sie gern auch die Möglichkeit als Hobbymodel. Und sie sagt lachend: "Ich will mittendrin sein, so alt bin ich noch nicht."

Sie 69-jährige Karin Brünnel bewegt sich auf dem imaginären Laufsteg des Frentzelhauses, als hätte sie das schon immer gemacht. Das ist kein Wunder, denn schon jahrelang hat sie bei den Krabatfestspielen als Statist mitgemacht und auch kleinere Rollen übernommen. "Mode präsentieren, das ist etwas, worauf ich mich immer sehr freue, leider nur zweimal im Jahr", erzählt sie. Dass es ihr großen Spaß bereitet, ist zu sehen. "Deshalb will ich das auch machen, solange die Füße mich tragen, aber Spaß muss ich schon dabei haben und die Gesundheit muss auch mitspielen" fügt sie hinzu, und wartet hinter der Tür schon auf ihren Einsatz.

"Zu diesem sehr beliebten Seniorennachmittag kommen mittlerweile auch andere Rentner als sonst und solche, die es noch werden wollen", erzählt Veronika Lupp von der Schwarzkollmer Ortsteilverwaltung. Sie geht in der Organisation für "ihre" Seniorinnen auf. Und sie weiß, dass für die meist alleinstehenden älteren Damen so ein Seniorennachmittag sehr wichtig als Kommunikationsmöglichkeit ist.