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| 14:13 Uhr

Spreetal
Sparzwang: Spreetal schafft Babyzuschuss ab

Burgneudorf. Die Gemeindeverwaltung hofft, jetzt Sponsoren für die freiwillige und beliebte Aktion zu finden. Von Anja Guhlan

Nachdem bereits Eltern seit Januar für die Elternbeiträge in den Kindertageseinrichtungen tiefer in die Tasche greifen müssen und auch das Trinkgeld sowie die Essenszuschüsse nicht mehr aus dem Haushalt der Gemeinde gezahlt werden, folgt nun noch die Streichung des Begrüßungsgeldes für Neugeborene rückwirkend ab 1. Januar. Die Entscheidung fiel im Spreetaler Gemeinderat am Mittwochabend mehrheitlich mit einer Enthaltung, aber bei vielen Gemeinderäten mit großen Bauchschmerzen.

Bisher haben Eltern von Neugeborenen 100 Euro als Begrüßungsgeld erhalten.  Im Jahr 2017 gab die Gemeinde Spreetal für diese freiwillige Leistung 1200 Euro aus, wie Kämmerin Swantje Schneider-Trunsch berichtet.   

Die Räte gaben für diesen mehrheitlichen Beschluss nur ungern grünes Licht. Der Grund für die Streichung liegt erneut in den Sparzwängen der Gemeinde. Im Oktober 2017 wurde ein Haushaltsstrukturkonzept beschlossen,  in dem auch die Streichung des Begrüßungsgeldes enthalten ist.

Die Gemeinde versucht, das große Haushaltsloch in Höhe von 2,5 Millionen Euro vom Freistaat Sachsen gestopft zu bekommen. Dafür ist jedoch ein strikter Sparkurs nötig. Dazu gehören nicht nur Beitragserhöhungen, sondern auch Einsparpotenziale zu nutzen – wie eben das Begrüßungsgeld als freiwillige Leistung.

Viele Gemeinderäte bedauerten den Zustand: „Wir haben lange für das Begrüßungsgeld in Spreetal gekämpft“, sagt Werner Reeb (Bürgervereinigung Spreetal). Dieter  Kretzschmar (Spreetaler Wählervereinigung) beurteilt die Lage als „nicht gesund“.  Gemeinderat Frank Wache (Spreetaler Wählervereinigung) schlägt eine Befristung vor, die dann auch zusätzlich mit in den Beschluss aufgenommen wird. Bis 2020 soll die Streichung befristet sein. Auch aufgenommen wurde der Passus: „Der Bürgermeister wird beauftragt, mit Unternehmern ins Gespräch zu kommen, um die benötigten Gelder bis Ende des Jahres aus Sponsoringmitteln einzuwerben.“ Laut des ehrenamtlichen Bürgermeisters Manfred Heine (parteilos) ist das ein Versuch, das Begrüßungsgeld durch Sponsorentätigkeiten nach wie vor aufrecht zu erhalten. Geklappt hat das  in der Gemeinde Spreetal bisher auch bei den Essenszuschüssen und dem Trinkgeld in den Kindereinrichtungen.  Bei den Räten ist die Stimmung dennoch im Keller, denn Sicherheit hat niemand, ob das Vorhaben klappt.