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| 12:12 Uhr

Finanzwirtschaft
Sparkasse Bautzen kündigt Prämiensparern

Bautzen. Die Kündigungswelle der Sparkassen setzt sich in Bautzen fort. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet zusätzliche Beratungen und Info-Veranstaltung an.

Die Welle der Kündigung von langfristigen Sparverträgen der Sparkassen reißt nicht ab. Nun haben auch die mehreren tausend Prämiensparer der Kreissparkasse Bautzen die Kündigung im Briefkasten, informiert die Verbraucherberatungsstelle in Hoyerswerda. „In Gesprächen mit dem Vorstand der Kreissparkasse Bautzen haben wir versucht, dieses Szenario der Kündigung abzuwenden“, informiert Andreas Eichhorst, Vorstand der Verbraucherzentrale Sachsen. „Im Ergebnis konnten wir zumindest erreichen, dass den betroffenen Kunden auch ein zusätzliches, ganz sicheres Alternativangebot mit Festzins und Laufzeit bis zum 31. Dezember 2019 angeboten wird.“
Es handelt sich um ein Sparbuch mit einem Zins von 1,10 Prozent pro Jahr. Weitere Zuzahlungen sind nicht möglich, jedoch sind (Teil)Verfügungen, also Auszahlungen, zugelassen, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Zudem wird allen Kunden automatisch auch die anteilige Prämie bis zum Tag der Beendigung des alten Sparvertrags gutschrieben.
Bis zum 30. September haben die gekündigten Sparer Zeit, sich für oder gegen dieses Angebot zu entscheiden. In dieser Phase wird das Kreditinstitut auf den Personenkreis zugehen und weitere Angebote unterbreiten. Dazu gehören Fonds, Anleihen, Versicherungen und Bausparverträge. „Alle diese Produkte haben ein anderes Risiko als ein Sparbuch und zum Teil erhebliche Kosten“, gibt Eichhorst zu bedenken.

Zuletzt hatte die Erzgebirgssparkasse den Weg eines Alternativangebotes für die gekündigten Prämiensparer abgelehnt. Das hatte zur Folge, dass eine große Zahl Betroffener das Institut für den Negativpreis der Verbraucherzentrale Sachsen vorgeschlagen hat und diesen dann auch zusammen mit der ebenso agierenden Sparkasse Zwickau verliehen bekam. Es sei zu begrüßen, dass die Sparkasse Bautzen sich anders verhält und sich ein Beispiel an den Sparkassen Leipzig, Muldental und Meißen nimmt, so Eichhorst weiter.
Nicht ausgeurteilt ist der Verbraucherzentrale zufolge die Frage, ob diese Prämiensparverträge seitens der Kreditinstitute überhaupt gekündigt werden können. Sowohl betroffene Sparer wie auch die Verbraucherzentrale Sachsen klagen gegen verschiedene sächsische Sparkassen. „Wenngleich damit ein erhebliches Prozessrisiko verbunden ist, sind wir bezüglich des endgültigen Verfahrensausgangs positiv gestimmt“, blickt Eichhorst optimistisch in die Zukunft.

Sicherheitsorientierte Sparer, die – möglicherweise auch aufgrund ihres Alters – den Klageweg nicht bestreiten möchten, sollten das zusätzliche Alternativangebot prüfen. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet jetzt Sonderöffnungszeiten von Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr an, um alle Betroffenen einen schnellen Beratungstermin zu gewährleisten. Außerdem findet am 4. April um 17 Uhr eine erste Infoveranstaltung in der Verbraucherzentrale in Bautzen, Martin-Hoop-Straße 1, mit den anbieterunabhängigen Rechts- und Finanzexperten statt. Bei beiden Angeboten wird um eine Anmeldung unter 0341 6962929 (Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr) gebeten. Eine einfache Rechtsberatung bei der Verbraucherzentrale Sachsen kostet 15 Euro, die Teilnahme an der Infoveranstaltung 5 Euro pro Person.

(red/dh)