Die Stadt Hoyerswerda hat die Erstellung eines solchen Konzeptes in Angriff genommen, sagt Franziska Loose, Fachleiterin für Schulen/Soziales in Hoyerswerda. Finanziert wird dies zu 95 Prozent aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes Sachsen, die aufgrund der Richtlinie "Nachhaltige Soziale Stadtentwicklung" bis 2020 bereitstehen. Fünf Prozent der Kosten für das Konzept muss Hoyerswerda jedoch selbst aufbringen.

Die Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Demokratie und Lebensperspektiven (RAA) Hoyerswerda/Ostsachsen fertigt das Handlungskonzept an, das besonders Stadtgebiete fördert, in denen die Anzahl der SGB II-Empfänger zum Stichtag 31. Dezember 2013 über dem sächsischen Landesdurchschnitt lag und die ausgewiesene städtebauliche Fördergebiete sind.

Gegenwärtig wird unter Einbeziehung städtischer Ämter und aller Einrichtungen sowie Vereine im Fördergebiet eine Defizit- und Bedarfsanalyse durchgeführt, die Problemlagen und Zielgruppen sichtbar machen soll, erklärt Franziska Loose. Beteiligt sind unter anderem der Stadtelternrat für Kindertagesstätten, Schulen, die KulturFabrik sowie der Seniorenbeirat. Es können aber alle Träger oder Einzelpersonen im Fördergebiet an der Analyse mitwirken und eigenständige niederschwellige Projektideen entwickeln.

Vertreter der Stadt und der RAA werden am kommenden Donnerstag, 14. Januar, um 13.30 Uhr im Jugendclubhaus Ossi alle Interessenten dazu informieren. Wer inhaltliche Überlegungen beisteuern will oder sich für die Veranstaltung im "Ossi" anmelden will, sollte eine E-Mail an franziska.loose@hoyerswerda-stadt.de schicken.

Mit seinem Handlungskonzept wolle sich Hoyerswerda auf drei von der Richtlinie "Nachhaltige Soziale Stadtentwicklung" vorgegebene Handlungsbereiche konzentrieren. Das seien laut Franziska Loose die informelle Kinder- und Jugendbildung, das lebenslange Lernen/Bürgerbildung und die soziale Eingliederung/Integration in Beschäftigung. Künftige Projekte sollen also sozial und anderweitig benachteiligte Kinder, Jugendliche und Senioren sowie arbeitslose Menschen und Asylbewerber erreichen. Diese Stadtteilbewohner werden verschiedenste Ideen mit umsetzen und so gesellschaftliches Leben mitgestalten.

Die Projektdurchführung werde später genauso gefördert wie die oben beschriebene Konzepterstellung, sagt Franziska Loose. Die Projektlänge beträgt maximal zwei Jahre und die Höchstsumme für den Zeitraum 100 000 Euro. Finanziert werden auch Sachkosten der Projekte und das verantwortliche Personal. Welche Ideen schlussendlich beim Fördermittelgeber eingereicht werden, unterliegt jedoch einer Beurteilung der Stadt Hoyerswerda, verschiedener Stadtratsgremien und der RAA, erklärt Franziska Loose.