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Wolfspetition
Sollschwitzer bringt Wolfsthema vor den Stadtrat

Der Wolf erhitzt weiter die Gemüter. Jetzt wurde eine Petition zur Begrenzung der Wolfspopulation auf den Weg gebracht.
Der Wolf erhitzt weiter die Gemüter. Jetzt wurde eine Petition zur Begrenzung der Wolfspopulation auf den Weg gebracht. FOTO: Ingo Wagner / dpa
Wittichenau. Eine Petition zur Begrenzung der Wolfspopulation haben auch Bürger der Stadt Wittichenau mit initiiert.

(cw) Bereits im Juni haben betroffene Bürger der Gemeinde Ralbitz-Rosenthal eine Petition gestartet, die die Begrenzung der Wolfspopulation fordert. Mitinitiator sind auch Bürger des Wittichenauer Ortsteils Sollschwitz. In deren Namen ist Jurij Suchy in dieser Woche an den Wittichenauer Stadtrat herangetreten und hat für Unterstützung aus der Kommunalpolitik geworben.

Ermutigt wurde er dazu, weil der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU) sich für eine Einzelmaßnahme zu diesem Thema - die Entnahme des Rosenthaler Rudels - einsetzt. „Ich bitte darum, dass sich auch der Wittichenauer Stadtrat zu diesem Thema positioniert und unserer Initiative den Rücken stärkt“, erklärte der Sollschwitzer am Mittwochabend in der Stadtratssitzung.

Die Petition „Begrenzung der Wolfspopulation“ will ein politisches Umdenken bei den Entscheidungsträgern bewirken, was letzten Endes in einer anderen Gesetzeslage münden soll. „Der Wolf hat  den allerhöchsten Schutzstatus. Den darf man nicht mal ansprechen“, spitzte Jurij Suchy etwas zu. Dagegen seien die in 150 Jahren gewachsene Kulturlandschaft und die Folgen für die Weide- und Nutztierhaltung scheinbar nicht von so hohem Wert wie der Wolf.

Nachdem es in den vergangenen drei Jahren in der Region zu 45 Wolfsangriffen auf Schafherden gekommen ist, hätten sich bei den Bürgern zunehmend Sicherheitsbedenken breit gemacht. Begegnungen mit dem Wolf seien in den Dörfern keine Seltenheit mehr - und so fühlen sich die Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Darüber hinaus wird für die kommenden Jahre eine weitere Erhöhung der Wolfspopulation in Aussicht gestellt. Ziel der Bundesregierung seien insgesamt 1000 geschlechtsreife Wölfe im Bundesgebiet - eine der höchsten Wolfsdichten in ganz Europa.

Das wollen die Initiiatoren der Wolfspetition jedoch verhindern. „Wir wissen, dass Gesetzesänderungen lange dauern und wir unsere Forderungen vielleicht erst in zehn bis 15 Jahren durchkriegen“, erklärte Jurij Suchy. 15 000 Unterschriften hat die Petition seit Mitte Juni bereits erhalten. Suchy bat nun darum, das Anliegen der Petition auch in Wittichenau noch stärker zu kommunizieren. Die Unterschriften können auf ausliegenden Listen oder im Internet geleistet werden.

Die Stadträte Martin Scholz, Mathias Kockert (beide CDU) und Susanne Kockert (Allgemeine Bürgervertretung) signalisierten, keine Probleme damit zu haben, als Stadtrat eine entsprechende Positionierung vorzunehmen. „Viele Betroffene fühlen sich zu diesem Thema nicht ernst genommen“, sagte beispielsweise Mathias Kockert. Man werde in den Ausschüssen dazu noch weiter beraten.