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| 15:26 Uhr

Interkulturelle Woche
So vielfältig schön ist Hoyerswerda

Yousra Naddaf aus Syrien ist Muslima. Auch sie kam zu dem Treffen im Zeißighof.
Yousra Naddaf aus Syrien ist Muslima. Auch sie kam zu dem Treffen im Zeißighof. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Kopftuch, Haube oder Mütze, Christ, Moslem oder Atheist – bunt und vielfältig ist die Hoyerswerdaer Region. Von Katrin Demczenko

Drei Frauen, eine Leidenschaft: Kultur. Sie zu leben, aber auch mit anderen zu teilen, das ist ihnen wichtig. Auf einem Treffen im Rahmen der Interkulturellen Woche des Landkreises Bautzen zeigten sie im Zeißighof, wie bunt Hoyerswerda ist. Mit dabei waren die verschiedensten Nationen – syrische, libanesische, tschetschenische, marokkanische, sorbische und deutsche Frauen tauschten sich aus.

 Carmen Marko gehörte als Mitglied des Kulturvereins Zeißig zum Vorbereitungsteam des Treffens, bei dem die Anwesenden ihren unterschiedlichen Glauben, Besonderheiten ihrer traditionellen Kleidung und Kostproben aus ihren Küchen vorstellten.

Carmen Marko gehörte als Mitglied des Kulturvereins Zeißig zum Vorbereitungsteam des Treffens.
Carmen Marko gehörte als Mitglied des Kulturvereins Zeißig zum Vorbereitungsteam des Treffens. FOTO: Katrin Demczenko

 Die Zeißiger Sorbin Annett Sarodnik kam in ihrer Ausgangstracht, die nur mit Haube komplett ist. Sie erklärte, dass alle sorbischen Trachten nicht aus dem christlichen Glauben entstanden sind, sondern aus der Ständeordnung des Mittelalters. Die unterschiedlichen Röcke und Hauben ordnen die Trägerin den heute noch bestehenden sorbischen Trachtengebieten Spreewald, Schleife, Hoyerswerda und Bautzen zu. Yousra Naddaf aus Syrien ist Muslima und trägt das Kopftuch. Im jugendlichen Alter empfehlen Mutter und Vater der Tochter das Kopftuch, doch die Entscheidung dafür oder dagegen trifft jede Frau selbst. Ein Leben, das sich an den fünf Säulen des Islams orientiert, ist wichtiger als das Tuch, erzählt die Syrerin.

Die Zeißiger Sorbin Annett Sarodnik kam in ihrer Ausgangstracht, die nur mit Haube komplett ist.
Die Zeißiger Sorbin Annett Sarodnik kam in ihrer Ausgangstracht, die nur mit Haube komplett ist. FOTO: Katrin Demczenko

Doch die Vielfalt äußert sich nicht nur in Glauben und Erscheinungsbild. Auch kulinarisch könnte es abwechslungsreicher nicht sein: Während als klassisch deutscher Genuss ein selbst gebackener Streuselkuchen auf der Kaffeetafel landete, durften als sorbischer Leckerbissen Quark mit frischen Kräutern, Leinöl und Pellkartoffeln nicht fehlen. Yousra Naddaf und andere syrische Frauen haben für alle Gäste Weinblätter gefüllt und gekocht. Die grünen Röllchen enthalten eine Mischung aus Reis, säuerlicher Tomatensoße und verschiedenen Gemüsen.

Die Interkulturelle Woche endet in diesem Jahr am Donnerstag, 4. Oktober. Unter anderem steht noch eine kulturelle Entdeckungstour in der historischen Langen Straße in Hoyerswerda auf dem Programm. Kinder aus in Hoyerswerda lebenden Familien verschiedener Nationen besuchen das denkmalgeschützte Haus und erfahren von Mitgliedern des Kulturbundes Hoyerswerda viel

über das Leben früher und heute.