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| 16:15 Uhr

Lauta
So soll Lautas Alu-Stele aussehen

Das ist der Entwurf, der nun in Lauta umgesetzt werden soll.
Das ist der Entwurf, der nun in Lauta umgesetzt werden soll. FOTO: LR / Sascha Klein
Lauta. Mit Hilfe von einheimischen Unternehmen kann das Monument zur Industriegeschichte gebaut werden. Von Sascha Klein

Diesen einen Tag vergisst Siegfried Erler nicht so schnell. Es ist der 7. Juni. An diesem Tag findet der Vorsitzende der Seniorenakademie Lauta einen Brief in seinem Briefkasten – ein Schreiben der Sächsischen Kulturstiftung. Auf dieses Schreiben wartet Erler sehnlichst. Schließlich erhofft sich der Verein für sein Herzensprojekt eine Förderung. Im Raum steht eine Summe bis zu 10 000 Euro. Geld für eine Aluminiumstele, die an die Lautaer Industriegeschichte erinnern soll. In Lautawerk war 1917/18 das damals größte Aluwerk Europas entstanden, dazu das Kraftwerk. Am 17. Oktober 1918 war das erste Aluminium geschmolzen worden – einer der wichtigsten Tage der jüngeren Lautaer Geschichte. „In den Vorgesprächen hat man uns seitens der Kulturstiftung Hoffnung gemacht“, sagt Erler. Dann der Schock: Die Kulturstiftung teilt in wenigen Worten mit, dass mit einer Förderung nicht zu rechnen ist.

Rumms: Von einem auf den anderen Moment ist Siegfried Erlers komplette Kalkulation und Planung über den Haufen geworden. Die Lautaer hatten bereits damit gerechnet, dass sie nicht von der Maximalförderung träumen sollten. Doch eine Ablehnung – damit hatten sie nicht gerechnet. An diesem Punkt ist Siegfried Erler kurz davor aufzugeben. Plötzlich fehlen knapp 10 000 Euro. Das Projekt Aluminiumstele sollte insgesamt 22 000 Euro kosten, ein Betrieb in Senftenberg war schon gefunden, der die Stele nach den Wünschen der Lautaer fertigt. Doch nun scheint sich alle Arbeit und alle Mühe in Luft aufzulösen. Allein kann der Verein diese Summe niemals aufbringen.

Siegfried Erler
Siegfried Erler FOTO: LR / Sascha Klein

Dann kommt ein Hoffnungsschimmer: Die Seniorenakademie hatte im Lautaer Stadtanzeiger, dem Mitteilungsblatt der Stadtverwaltung, um Spenden gebeten. Zunächst habe sich nicht viel getan. Doch bei einem der nächsten Kontoauszüge keimt Hoffnung. Ein großes Lautaer Unternehmen hat eine großzügige Summe überwiesen. Für Siegfried Erler ist das die Initialzündung. Er schöpft wieder Hoffnung. Ist die Stele doch noch möglich? Er kämpft weiter, die Vereinsmitglieder arbeiten weiter. Und sie spenden auch: Rund 1400 Euro kommen aus den Reihen des Vereins. Immer weitere Unternehmen aus der Stadt erklären sich bereit zu helfen. Einige hatten zuvor bereits Hilfe signalisiert – zum Beispiel über Sachleistungen zum Ausschachten der Baugrube, zum Gießen des Fundaments, für das Aufbauen der Stele.

Ein entscheidendes Teil im Lautaer Puzzle um die Realisierung der Alu-Stele ist Unternehmer Wolfgang Siegel. Wie Siegfried Erler betont, ist er es, der einen neuen Vorschlag für die Stele macht. Das Ziel: Mit weniger Geld zur Verfügung wird eine Maximallösung nicht zu finanzieren sein. Also entwirft der Werbefachmann mit seinem Team eine neue. Auch die neue Variante ist rechteckig. Sie ist sogar höher als die Ausgangsidee. 2,50 Meter wird die neue Stele hoch sein. Sie ist jedoch aus PVC-Aluminium-Verbundmaterial. „Das Material ist trotzdem extrem standsicher“, sagt Erler. Auf der Vorderseite ist das Logo „100 Jahre Industriestandort Lauta“ abgebildet, dazu werden zwei Barren aus Aluminiumblech dagegen gelehnt sein. Auf den breiten Seitenteilen soll etwas zur Geschichte des Lautawerks zu lesen sein – einmal zur Industriegeschichte und einmal eine Zeittafel mit den wichtigsten Daten zum Lautawerk und zur Produktion. Auf der Rückseite sollen alle Sponsoren genannt werden. „So bekommt Lauta endlich auch ein Monument, das auf die Industriegeschichte verweist“, sagt der Senak-Vorsitzende.

Geld wird jedoch weiterhin benötigt, um das Projekt auch vollenden zu können. Im Internet soll dieser Tage eine Crowdfunding-Aktion über die Plattform „99 Funken“ der Sparkasse starten und der Seniorenakademie möglichst 5000 Euro in die Kasse spülen. Michael Meyer, der Filialleiter der Lautaer Sparkasse, hat das Projekt eingerichtet. Der Projektzeitraum läuft zurzeit bis zum 1. September. Womöglich wird dieser jedoch noch einmal verlängert.

Eines ist allerdings schon klar: Die Einweihung der Stele soll am 17. Oktober stattfinden. Das ist der Tag, an dem vor 100 Jahren das erste Aluminium in Lautawerk geschmolzen worden ist. Das wird für Siegfried Erler, aber auch für alle Mitstreiter und früheren Alu- und Kraftwerker in Lauta ein besonderer Augenblick.