ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:44 Uhr

Entwicklung an den Seen der Gemeinde Lohsa
So geht’s weiter an Lohsas Seen

FOTO: LR / Lehmann/lr
Hoyerswerda. Für das Vereinszentrum am Knappensee wird im September Nägel mit Köpfen gemacht. Von Rita Seyfert

Segeln, Baden, Zelten - Urlaub am Knappensee und Silbersee lockte einst Besucher von nah und fern. Die Hoffnung, dass der alte Glanz bald wieder erstrahlt, ist groß. Noch sind beide Seen wegen laufender Sanierungsarbeiten gesperrt.

Direkt nach der Sanierungsphase soll der Ausbau starten. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Um keine Zeit zu verlieren, kurbelt die Gemeinde Lohsa bereits die Nachnutzung an. In Gesprächen mit den Betroffenen vor Ort werden die Bedürfnisse ausgelotet und mit den Behörden in Einklang gebracht.

 Jens Kieschnick (42), Mitarbeiter im Sachbereich Bergbausanierung, plant die Erschließung der Seen in der Gemeinde Lohsa.
Jens Kieschnick (42), Mitarbeiter im Sachbereich Bergbausanierung, plant die Erschließung der Seen in der Gemeinde Lohsa. FOTO: LR / Rita Seyfert

Jens Kieschnick (42), verantwortlich für den Sachbereich Bergbausanierung, sitzt seit Monaten an der Erschließung der „Scholle“, wie er sagt. „Allein der Genehmigungsvorlauf der Bauleitplanung dauert mitunter ein Jahr“, sagt er. Dabei konzentriert er sich vor allem auf den Knappensee und Silbersee. Auch am Dreiweiberner See und Scheibe-See ist einiges geplant.

Knappensee: Der rote Faden für die Wiederbelebung von „Lohsas ehemaliger Perle“ ist der Masterplan Knappensee 2.0. „Die Bauleitplanung wurde angeschoben“, sagt Jens Kieschnick. Für das Vereinszentrum Knappensee soll im September der Satzungsbeschluss gefasst werden. Das Areal, das derzeit noch die LMBV als Lagerfläche nutzt, soll unter anderem den Anglervereinen eine Zukunftsperspektive geben.

 Der private Investor der Pyramide beabsichtigt den Bau eines Caravanstellplatzes und einer kleinen Ferienhaussiedlung.
Der private Investor der Pyramide beabsichtigt den Bau eines Caravanstellplatzes und einer kleinen Ferienhaussiedlung. FOTO: LMBV / Peter Radke

Ein weiteres Thema ist der Rundweg um den Knappensee. Die Abstimmungen zwischen Lohsa, Wittichenau und Hoyerswerda laufen. Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten soll es einen asphaltierten Rundweg geben.

Weitere touristische Projekte sollen in Groß Särchen und Koblenz auf den Weg gebracht werden. Die Ideen reichen von Campingplätzen über Caravan-Stellflächen bis zu Ferienhäusern. Als Zielgruppen stehen Eltern mit Kindern und Großeltern mit Enkeln im Fokus. Demzufolge seien auch Spielplätze und Barrierefreiheit ein Thema.

 Am Dreiweiberner See hat sich bereits einiges getan. Zuletzt entstand dort eine Schwimmsteganlage für Angler und Touristen.
Am Dreiweiberner See hat sich bereits einiges getan. Zuletzt entstand dort eine Schwimmsteganlage für Angler und Touristen. FOTO: LR / Rita Seyfert

Was wo am See gebaut werden soll, wird als spätere Grundlage für die weitere Bauleitplanung derzeit noch in Gesprächen mit den beteiligten Anwohnern und Behörden abgestimmt. Die Platzierung der öffentlichen Badestellen stehe dafür schon fest. Einen abgegrenzten Naturbadestrand soll es am Maukendorfer Nordstrand geben. Öffentliche Textilbadestrände entstehen in Groß Särchen an der Promenade sowie in Koblenz im Bereich vom Einlauf. Neben Boots- und Schwimmsteganlagen soll ein Wasserwanderrastplatz sowie eine zentrale Slipanlage errichtet werden.

Silbersee: Der Ausbau der Infrastruktur am Silbersee schreitet voran. Im Dezember 2018 ging die Bahntrasse in Betrieb. Ein Fahrradunterstand sowie Ladesäulen für Räder und Pkw gibt es bereits. „Wir hoffen, dass der Bahnhaltepunkt mit der Wiedernutzung der Seen noch mehr genutzt wird“, sagt Jens Kieschnick. Ein Ziel sei, dass Touristen dort künftig ihre Elektro-Autos laden und mit dem Zug nach Leipzig oder Görlitz weiterfahren können.

Bislang kann nur der Friedersdorfer Strand genutzt werden. Eine Bauleitplanung für den touristischen Bereich sei derzeit in Arbeit. Eine Ferienhaussiedlung ist geplant. „Wir brauchen alternative Übernachtungsmöglichkeiten, um am Silbersee langfristig Perspektiven zu schaffen“, so Jens Kieschnick. Auch die Toiletten sollen erneuert werden. „Wir wollen gewisse Standards etablieren“, sagt er. Weitere Parkplätze für Badegäste, aber auch Ladesäulen für E-Mobilität sowie eine Slipanlage und Bootsanleger gehören dazu. Auch Themen wie Wasserwandern auf der Spree seien zu beleuchten.

Einen klassischen Rundweg an der Gewässerkante vom Silbersee werde es wegen der am Ufer verlaufenden Bahntrasse nicht geben können. Denkbar sei, für eine weiträumigere, geführte Rund-Route vorhandene Wald- und Radwege wie die Niederlausitzer Bergbautour oder die Seenlandroute zu nutzen.

Dreiweiberner See: Seit 2005 freigegeben, hat sich der Dreiweiberner See bereits gut gemausert. So wurde in Weißkollm ein Caravanstellplatz und ein Eiscafé etabliert. Für Angler und Touristen gibt es Badestrände sowie Schwimmsteganlagen. Und die Pyramide in Lohsa avancierte inzwischen zum Markenzeichen des Sees. Nun beabsichtigt der private Investor weitere Investitionen. Ein Caravan-Stellplatz und eine kleine Ferienhaussiedlung sind im Gespräch.

Auch Sportler haben den Dreiweiberner See längst für sich entdeckt: Am kommenden Wochenende soll hier wieder der Knappenman-Triathlon ausgetragen werden. Was Wettkämpfe angeht, könnte der Wassersportverein (WSV) am Blauen Wunder schon bald nachziehen. Sobald die Genehmigung der Wasserbehörde vorliegt, soll an der Westseite vom See, also an der Staatsstraße 108, eine Regattastrecke errichtet werden.

Scheibe-See: Mit der touristischen Nutzung an drei Seen ist Lohsa wohl schon gut bedient. Die Hauptausrichtung am Scheibe-See überlässt die Gemeinde daher Spreetal und Hoyerswerda. „Ein vierter Zeltplatz erscheint momentan wenig sinnvoll und ist deshalb nicht angedacht“, sagt Jens Kieschnick. Das Errichten einer Schwimmsteg-Anlage zum Baden und Angeln sei aber denkbar.