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Singend und betend am Karsamstag durch Dorf und Flur

Singend und betend wird der Dorfbrunnen ins Ostersingen integriert.
Singend und betend wird der Dorfbrunnen ins Ostersingen integriert. FOTO: Heinz Hirschfeld/hir1
Schwarzkollm/Hoyerswerda. 19 Mädchen und junge Frauen haben am Karsamstag in Schwarzkollm das Ostersingen gestaltet. Anna-Lena Stephan (15) durfte erstmals in schwarzer sorbischer Trauertracht dabei sein. hir1/br

Aus ihrer Familie nimmt auch ihre Schwester teil, und ihre Mutter Silvia Stephan leitet als Kantorka den Gesang an. Anna-Lenas Trauertracht gehört zum Fundus der Interessengruppe "Ostersingen". Deren Mitglieder stammen aus Vereinen im Dorf, in Hoyerswerda und in Zeißig.

Bei Maria Pink, die seit fünf Jahren dabei ist, ist die Tracht in Familienbesitz. Sie freut sich stets, wie sie sagt, mit den anderen singend und betend durchs Dorf und zur Kirche zu laufen. Die Sängerinnen feierten mit Pfarrerin Michaela Jecht eine Andacht. Heidi List organisiert das Ostersingen. Sie bedachte die Sängerinnen nach der Andacht mit je einer Osterkerze.

Zum Thema:

Das Ostersingen ging einst als Singegemeinschaft der Mädchen bei den evangelischen Sorben aus der Spinte hervor. Das waren die Treffen in der winterlichen Spinnstube. Die kundigste Sängerin, meist die Älteste, wurde zur Vorsängerin, zur Kantorka, gewählt. Sie wählte Lieder und Choräle aus. Beim Gang durch Dorf und Flur wurden sie angestimmt. Das sollte vor Bösem schützen und reiche Ernte bringen. 1939 haben die Nationalsozialisten das Ostersingen verboten. 2010 wurde es in Schwarzkollm wiederbelebt.