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| 14:04 Uhr

Hoyerswerda
Singen verbindet in der Neustadt

Etliche Dutzend Hobby-Sänger, aber auch Vertreter von Chören, haben an der Mitsingenacht teilgenommen.
Etliche Dutzend Hobby-Sänger, aber auch Vertreter von Chören, haben an der Mitsingenacht teilgenommen. FOTO: Katrin Demczenko
Hoyerswerda. Auch zur zweiten Auflage der „MitSingeNacht“ kommen Dutzende in den Hoyerswerdaer Familienpark und stimmen gemeinsam ein. Von Katrin Demczenko

Das Rezept, gemeinsam singen führt Menschen zusammen, hat schon zum zweiten Mal bei der „MitSingeNacht“ der Lebensräume Hoyerswerda viele Menschen erreicht. Sie waren am Samstag zahlreich zum Familienpark in der Neustadt gekommen, um mit der Musiklehrerin Kerstin Lieder und dem Leiter der Musik- und Kunstschule André Bischof zu singen. Die musikalischen Organisatoren hatten ein zweistündiges Programm aus Volksliedern, Schlagern von den 1930er-Jahren bis zur Gegenwart, Kinderliedern der DDR-Zeit, dem Gerhard Gundermann-Song Hoywoy II und der Hymne „Der Steiger kommt“ zusammengestellt. Facebook-Fans der „MitSingeNacht“ ergänzten dieses um das Duett von Roland Kaiser und Maite Kelly „Warum hast Du nicht nein gesagt“.

Die Lebensräume hatten im Familienpark Bierbänke sowie Liegestühle aufgebaut und mit flackernden Feuerschalen in der Sommernacht für ein gemütliches Ambiente gesorgt. Um die Textsicherheit der Sänger zu verbessern, lagen vorbereitete Liederhefte aus. Kerstin Lieder und André Bischof begleiteten die Sangesfreudigen mit Klavier und Gitarre und konnten sich auch auf einige Mitglieder von acht Chören verlassen. Sie kamen vom Großen Chor Hoyerswerda, von Amici della musica sowie dem Frauenchor „musica viva“ Lauta-Torno und sangen in der Menge mit. Die Sänger unterstützten die Laien beim Halten von Melodie und Rhythmus, erklärte Kerstin Lieder. So konnte sie das Volkslied „Heut kommt der Hans zu mir“ erfolgreich als dreistimmigen Kanon intonieren. Spontaner Beifall erhob sich, nachdem die Menge „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens gesungen hatte, weil der Umgang mit ausländischen Mitbürgern in den 1970er-Jahren wie heute ein nachdenkenswertes Thema ist.

„Singen verbreitet Optimismus und hält Hoyerswerda zusammen“, sagte Bärbel Schier aus Klein Neida. Die Rentnerin war mit zwei Freundinnen in den Familienpark gekommen, und als alle Drafi Deutschers Hit „Marmor, Stein und Eisen bricht“ sangen, bemerkten die Damen, dass der Inhalt genau ihre langjährige Freundschaft beschreibt. Bärbel Pötsch aus Hoyerswerda hatte ihren Mann und Freunde mitgebracht und erzählte, dass sie schon bei der Premiere 2017 da gewesen war. Sie freue sich über das vielfältige musikalische Angebot. Früher sei bei Treffen mit Freunden im privaten Rahmen öfter gesungen worden als heute. Schön fände sie es, das wieder zu beleben. Hans-Peter Richter, der im Kammerchor Hoyerswerda singt, war von der „MitSingeNacht“ begeistert, weil er so etwas aus Schweden kennt. Dort gehöre es im Sommer vor allem für Dorfgemeinschaften einfach dazu, sich auf einer Wiese zu treffen und miteinander einen Chor zu bilden.