Das weiß Petra Handrick, die Verkäuferin der Teichwirtschaft Dr. Zelder, die die Süßwasserfische Jahr für Jahr nach dem Abfischen ab Oktober auf dem Lausitzer Platz in Hoyerswerda anbietet. Sie keschert die meistens zwei bis drei Kilogramm wiegenden Karpfen aus dem mit Wasser gefüllten Behälter und schlachtet sie erst beim Verkauf. "Dieser Lebendverkauf garantiert die Frische des Fisches sowie seinen guten Geschmack. Und genau das schätzen die Käufer, zu denen auch Stammkunden aus Hoyerswerda und Umgebung gehören", sagt Petra Handrick.

Familie Beckel aus Wittichenau kommt jedes Jahr zu dem Verkaufstand, um besonders schwere Prachtexemplare zu erwerben, die sie dann zu Hause räuchert. Zuerst werden die beiden Karpfen gesalzen und gepfeffert, dann 24 Stunden gelagert, erklärt Helmut Beckel. Dann veredelt er sie geschmacklich über Birkenholz in seinem eigenen Räucherofen. Nach dieser Prozedur trifft sich zu Silvester die Familie mit Kindern und Enkeln, um die Fische zu verkosten. Zu diesem Festschmaus gehört immer selbstgemachter Kartoffelsalat. "Aber ein Stück Karpfen frisch aus dem Rauch schmeckt auch blank", versichert Herta Beckel.

Wer seinen Karpfen lieber gekocht als "Karpfen blau" mit Kartoffeln und Gemüse essen möchte, muss eines dringend beachten, sagt Petra Handrick. Der Fisch wird im kräftig mit Essig und Salz gewürzten siedenden Wasser nur dann rundherum blau, wenn die seinen ganzen Körper bedeckende Schleimschicht vorher nicht verletzt worden ist. Mitkochendes Wurzelwerk und Zwiebeln sorgen für den unverwechselbaren Geschmack des Silvesteressens, so die Fischexpertin. Sie sprich aber auch von Karpfenfilets, die sie Kunden verkauft. Wer glaubt, kein Talent zum Zerlegen eines Fisches zu haben und auf seinem Teller nicht gern nach Gräten sucht, ist damit gut beraten. Filets schmecken gebraten mit zerlassener Butter besonders gut.

Die Teichwirtschaft Dr. Zelder verkauft am Silvestertag ab 8 Uhr wieder lebende Karpfen und andere Fischerzeugnisse.