In Sachsen gibt es seit neun Jahren einen Schülerwettbewerb "Junior-Brückenbaupreis", der Jungen und Mädchen ab Klasse 3 dazu animiert, aus Kopierpapier und handelsüblichem Leim Brücken zu bauen. 24 Schüler aus der Paulus-Oberschule Königswar-tha, dem Lessing-Gymnasium und drei Horten in Hoyerswerda haben das ausprobiert, sagte Dr. Gunhild Nitzsche vom solaris Förderzentrum für Jugend- und Umwelt gGmbH Sachsen. Sie organisiert mit Kollegen alle sächsischen Regionalausscheide, unter anderem den für die Lausitz. Dieser wurde vom Naturwissenschaftlich-Technischen Kinder- und Jugendzentrum Natz Hoyerswerda im Saal der Kulturfabrik durchgeführt. Sieben Brücken waren von Dr. Hans Erhard Reckling und Peter Hertelt zu vermessen, zu wiegen und auf einer für alle gleichen Prüfanordnung auf ihre Traglast zu testen. Die Bauwerke wogen, wie es die Norm vorgab, knapp 200 Gramm und überspannten frei eine Strecke von 40 Zentimetern, bestätigte Dr. Hans Erhard Reckling.

Mindestens zwei Kilogramm sollte ein Modell kurzzeitig tragen, was nur sechs Papierbrücken gelang. Zunächst in Zwei- und später in Ein-Kilogramm-Schritten wurde nun die Traglast erhöht und jede Gruppe fieberte aufgeregt mit, ob ihr Bauwerk das vorgegebene Gewicht tragen würde.

Die beste Papierbrücke in der Kategorie Grundschule hielt zehn Kilogramm aus und stammte von den Viertklässlern Attila Gaszi, Tristan Zillich und Tim Schwarzbach, die den Hort der Adler-Schule vertraten. Tristan erzählte, dass sie zwei Wochen an ihrem Modell gebaut und viele Din-A4-Seiten eng zu Röhren gerollt haben. Diese bildeten die Mitte des Brückenkörpers und wurden mit weiteren Papierbögen umwickelt, sodass vorschriftsmäßig eine zwölf Zentimeter breite Brücke entstand. Wissen über den Brückenbau hatten die Jungen beim "Junior-Brückenbaupreis" 2015 erworben, an dem sie im Natz teilgenommen hatten.

Das beste, weil leicht gewölbt gebaute Modell in der Kategorie Oberschule/Gymnasium kam wie schon 2015 von der Paulus-Oberschule Königswartha. Es trug 27 Kilogramm, und die Grundschüler wollten wissen, ob da Beton drin sei. Als die Brücke bei 32 Kilogramm Traglast nachgab, konnte jeder sehen, dass die Oberschüler tatsächlich nur Papier verarbeitet und sich den Sieg redlich verdient hatten.

Dr. Hans Erhard Reckling erklärte den Schülern später, wie ihre Brücke eine höhere Last aushalten kann, und freute sich über ihr Interesse an Wissenschaft und Technik.